DFB-Debakel: Wäre Flick ein Fan, er würde seinen eigenen Rauswurf fordern
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Deutschland, ein Sommer-Alptraum.
Wer der deutschen Nationalmannschaft nicht nur in diesen Tagen, sondern in den vergangenen Monaten (eigentlich Jahren!) zuguckt, muss zu dem Schluss kommen: Das beste wäre, wenn diese Truppe das nächste Turnier einfach mal verpasst. Und einen Sommer lang zusehen müsste, wie andere um den EM-Titel kämpfen.
Das Problem ist: Eine Heim-EM kannst du nicht verpassen. Wir sind also verdammt, das alles weiter zu ertragen. Die Ideenlosigkeit. Die Unfähigkeit auf dem Platz. Das Rumeiern von Hansi Flick. Eine Mannschaft, die nicht mal sich selbst begeistern kann.
Niederlagen können ja auch was Befreiendes haben. Einen Monat vor dem Sommermärchen 2006 hat Deutschland eine wegweisende Italien-Klatsche hinnehmen müssen (1:4). Danach ging ein Ruck durchs Team: Mit aller Macht lösten Mannschaft und Fans eine Euphorie aus, die uns bis ins WM-Halbfinale trug. Da war dann gegen Italien Schluss – tragisch, aber auf Augenhöhe.
Der Unterschied zu damals ist: Nach den Offenbarungs-Nichtleistungen gegen die Ukraine, Polen und Kolumbien fehlt vielen der Glaube, dass die Heim-EM in irgendeiner Form besser laufen könnte als das Vorrunden-Aus in Katar. Oder Russland.
Dieser Bundestrainer wird die Wende nicht mehr schaffen. Wie auch? Würde Flick als Fan vor dem Fernseher sitzen, er würde seinen eigenen Rauswurf fordern.

Hansi Flicks knallharte Analyse nach dem Polen-Debakel war: „Ich bin zu zuversichtlich, weil wir eine hohe Qualität haben.“ Das hatte er, vorsichtig gesagt, exklusiv so gesehen.
Nach der Kolumbien-Klatsche sagt der Nationaltrainer im ARD-Interview, man habe sich wieder mal nicht belohnt. Nach einem 0:2 ohne echte eigene Chancen oder Spielidee. Erst, als er mit der Kritik von Ilkay Gündogan („müssen irgendwann die Frage stellen, ob wir die Qualität haben“) konfrontiert wird, ringt er sich zu folgenden Worten durch: „Auch bei mir ist großer Frust da. Eine große Enttäuschung. Aber jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, um darüber zu sprechen.“
Ehm. Wann sollte der Zeitpunkt richtiger als jetzt?!
Bayerns-Trainerlegende Hermann Gerland, der Flick in Katar als Co-Trainer unterstützte, hat mal gesagt: Immer Glück ist Können. Frei nach Gerland könnte Flick jetzt zugeben: Immer Pech ist Nichtkönnen. Und das fängt beim Trainer an. Mit Flick werden wir uns ohne Euphorie zur EM würgen und dann durchs Turnier rumpeln. Ohne Flick wird es nicht mit Garantie besser. Aber immerhin vielleicht.
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Willi Haentjes
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