Die Bundesliga gehört nicht mehr den Fans – wie der 33. Spieltag den Fußball zerstört
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Es war einmal ein Sport, der hatte zwei todsichere Fußball-Romantiker-Highlights. Den 33. und den 34. Spieltag einer jeden Bundesliga-Saison – Samstag, 15:30 Uhr, neun Partien gleichzeitig, die beiden torreichsten, turbulentesten und oft tragischsten Nachmittage des Jahres.
Ob im Sportlerheim des Amateurclubs, in der Dorfschänke oder auf der heimischen Couch: Immer wenn „Toooooor in ...“ aus dem Fernseher dröhnte, ging das Kopfrechnen los. Das Gezeter, die Hoffnung, die Angst – mindestens bei den Fans, bei deren Verein es noch um etwas ging. Und in diesem Jahr sind das erstmals seit Jahren wieder eine ganze Menge: Bayern und Dortmund an der Spitze, mit Schalke, Stuttgart und Bochum bangen drei Traditionsclubs um den Abstieg und zwei Spieltag vor Schluss kämpfen auch noch drei Clubs um den letzten Europa-Startplatz.
Doch dieses Fußball-Märchenland ist längst Geschichte!
Den 33. Spieltag als Konferenz-Orgie gibt es nicht mehr, der vorletzte Spieltag wurde – trotz all der Spannung und auch der Fairness-Zweifel – auf sechs Anstoßzeiten zerpflückt, damit Sky und Dazn mehr Sendezeit haben. Der bis in die letzte Faser kommerzialisierte Fußballsport hat dem treuen Fan auch noch diese Freude genommen.
Der Fußball gehört schon lange nicht mehr den Fans. Würde er es, gäbe es auch diesen unsäglichen Video-Assistenten nicht. Aber klar: Wer noch drei Minuten nach einem Tor mit dem Geodreieck nach Fußnägeln im Abseits sucht und somit jedem Torschrei seine extatische Einmaligkeit nimmt, glaubt auch, dass sich die Anspannung eines Fußball-Fan-Herzen von Freitag- bis Sonntagabend aufrechterhalten ließe.
Kardiologen winken ab. Und echte Fußballfans auch. Denn viele haben diesem geliebten Sport – einst ihrem – bereits den Rücken gekehrt. Weil sie genau das sein wollen und nur das: Fans. Und keine Kunden.
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Julius Böhm
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