Lauterbach ätzt gegen DFB-Auswärtsspiel in Berlin: „Ich stelle mal eine Frage in den Raum …“
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Ein rot-weißes Fahnenmeer, frenetisch feiernde Türken, die optisch und akustisch dominieren. Schwarz-Rot-Gold in der Minderheit, die deutschen Fans im Stadion nur kurz vernehmbar: Nach dem frühen 1:0 schallt es „Auswärtssieg!“ durchs weite Rund.
Der Schauplatz: Das Berliner Olympiastadion. Auswärtsspiel in der Heimat! Oder Heimspiel im Exil. Je nach Perspektive. Die deutsche Nationalmannschaft verlor ihr vermeintliches Heimspiel mit 2:3 gegen die Türkei. Doch das Ergebnis war nach dem Spiel nur eine Randnotiz.
Der türkische Kapitän Kaan Ayhan sagte nach Abpfiff: „Das Spiel hat gezeigt, es kann eine Heim-EM werden für uns. Die Euphorie ist auch erwünscht.“ Wohlgemerkt: Der türkische Kapitän freut sich auf eine Heim-EM in Deutschland, während der deutsche Kapitän Ilkay Gündogan von den türkischen Fans in Berlin laut ausgepfiffen wurde.
Wie Heiner sagt’s keiner
Schauspieler Heiner Lauterbach („Männer“, „Rossini“) ätzte nach dem Spiel mit einem Facebook-Post gegen den DFB. NIUS dokumentiert ungekürzt:
„Ich stelle mal eine Frage in den Raum. Wenn es in der Türkei eine Stadt gäbe, in der 120.000 Deutsche leben würden. Nur mal angenommen die Türken hätten dann ein Heimspiel gegen Deutschland zu vergeben. Würden die das dann in dieser Stadt stattfinden lassen? Erst recht, wenn sie wüssten, dass es sich da um ganz fanatische Deutsche handelt? Ich beantworte die Frage mal gleich selber. Ganz sicher nicht. Jetzt stellt sich mir bei dieser Gemengelage eine zweite Frage. Ist das Doofheit vom DFB, aus diesem Heimspiel ein Auswärtsspiel zu machen? Ich glaube nicht. Es soll wohl eine Geste der Fairness sein, oder der Großzügigkeit. Ähnlich wie unsere Regierung, die ja auch sehr großzügig mit unseren Steuer Geldern umgeht.“

Der Lauterbach-Post bei Facebook
Im Stadion wurden auch Palästina-Flaggen gezeigt, ebenso wie der Gruß der rechtsextremen Grauen Wölfe.

Rot-Weiß dominiert, zwischendurch blitzt mal eine deutsche Flagge durch
Thomas Müller: „Atmosphäre hat uns gewurmt“
Lauterbach ist nicht der einzige, der sich aufregt. Nationalspieler Thomas Müller saß 90 Minuten auf der Bank, sagte nach Abpfiff: „Das Szenario, hier zu verlieren – wir wollten eigentlich den Fans hier zeigen, dass sie für die falsche Flagge singen. Die Atmosphäre hat uns gewurmt!“

Schlusspunkt: Per Elfmeter bezwang Yusuf Sari den deutschen Keeper Kevin Trapp zum 3:2
Auch in der Politik ist das Thema angekommen. „Es muss uns alle schmerzen, wenn in Deutschland geborene oder aufgewachsene Menschen bei einem Länderspiel in Deutschland die deutsche Nationalmannschaft auspfeifen“, sagte FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai zur Bild-Zeitung.
Aber so auf den Punkt wie Lauterbach hat es keiner gebracht …
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