„Mit genug bösem Willen kannst Du aus jedem einen Nazi machen“
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In Deutschland ist Sprache ein sensibles Thema. Gewisse Wörter sind tabu, weil sie im Nationalsozialismus verwendet wurden, ein harmloser Satz kann schnell als Mikroaggression verstanden werden und gleichzeitig wird auf institutioneller Ebene immer häufiger dazu aufgerufen, gendersensibel zu sprechen und zu schreiben. Dass sich die Sprachpolizei aus der politischen Sphäre nun jedoch in den Sport einmischt, offenbart eine gefährliche gesellschaftliche Tendenz.
Bei NIUS Live sprachen Björn Harms und Birgit Kelle über den Fußballverein Hertha BSC, der ankündigte, den Fan-Ausruf „und fette Beute“ künftig aus Kommentarspalten zu löschen, da dieser in Verbindung mit Kriegen und vor allem der Nazi-Zeit stünde. „Im Hinblick auf die Werte unseres Vereins, unseres Ethikkodexes und dem Hintergrund dieses Ausspruchs (wollen wir) aufklären und sensibilisieren. […] Wir grenzen uns stark ab von NS-Slogans und -Gedankengut und sehen unseren Sport nicht in der Tradition von Krieg“.
„Ich finde, man muss aufhören, den Sport zu politisieren“
Ein langjähriger Hertha-Fan, der einen TikTok-Kanal betreibt, auf dem er Videos rund um die Spiele veröffentlicht, hatte den Schlachtruf „Ha Ho He und fette Beute“ besonders bekannt gemacht. „Das nimmt absurde Züge an, was die Sprachpolizei hier fordert“, kommentiert NIUS-Reporter Björn Harms. „Das ist, was man Virtue Signaling nennt. Traurig, wenn es dann auch Leute trifft, wie Micha, Berliner Original“. Der Fußballclub habe mittlerweile sogenannte Awareness-Teams, die sich am Spielfeldrand um Konflikte kümmern. Hertha habe vor ein paar Jahren das Image aufpolieren wollen, von der grauen Maus zum „modernen Multi-Kulti“-Verein, so Harms.
„Ich finde, man muss aufhören, den Sport zu politisieren. Was wir hier sehen, ist, dass man versucht, eine letzte Enklave, wo Männer noch Männer sein dürfen, zu disziplinieren, bis es überhaupt gar keinen Spaß mehr macht“, findet Autorin Birgit Kelle. „Mit genug bösem Willen kannst du aus jedem einen Nazi machen“. Jede Vokabel und jede Redewendung könne kontextualisiert missverstanden werden. Kelle fügt hinzu: „Ich freue mich schon auf die Sprechchöre im Stadion“.
Die ganze Sendung NIUS Live:
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