Nur noch Flick glaubt an Flick: „Ich finde, wir machen das gut!“ +++ Der deutsche Fußball liegt in Trümmern
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„Ich finde, wir machen das gut und ich bin der richtige Trainer.“ Das sagt Hansi Flick über Hansi und seine Rolle als Nationaltrainer. Schön, dass er noch an sich glaubt. Seine Spieler tun es offenbar schon lange nicht mehr.
Der deutsche Fußball liegt am Boden. Wenige Monate vor der EM im eigenen Land steht eine Mannschaft voller hoch talentierter oder routinierter Titel-Garanten auf dem Platz – und tut so, als würde dieses runde Ding auf dem Rasen zum ersten Mal im Leben die Füße berühren. Champions-League-Sieger, Stammspieler bei internationalen Spitzenvereinen, Leistungsträger in Meistermannschaften. Sie alle verwandeln sich im DFB-Trikot zu einer stolpernden Einheit aus Individual-Fehlern.
WM-Vorrundenaus in Russland. EM-Aus im Achtelfinale. WM-Vorrundenaus in Katar.
Am Samstagabend der nächste Tiefpunkt: Die deutsche Nationalmannschaft wird von Japan mit 1:4 deklassiert. Schon wieder, muss man sagen – nach dem 1:2 bei der WM zum Turnierauftakt. Japan! Das war vor 30 Jahren ein Fußball-Entwicklungsland, erst seit 1992 gibt es Profi-Fußball dort. Und jetzt putzen die uns weg. Oder wie Hansi Flick sagt: „Wir haben momentan nicht die Mittel.“

Schon wieder gegen Japan verloren: Die Nationalmannschaft nach dem 1:4 in Wolfsburg.
Das ist keine Momentaufnahme, das ist ein Trend
Die Bilanz seit der Katar-Blamage: Sechs Spiele, ein Sieg (gegen Peru), ein Unentschieden (Ukraine), vier Klatschen gegen Belgien, Kolumbien, Polen und eben Japan. Nach dem Spiel sagte der neue Kapitän Ilkay Gündogan: „Wir müssen zugeben, dass wir spielerisch mit Mannschaften wie Japan nicht auf Augenhöhe sind.“ Das ist keine Momentaufnahme, sondern ein sich seit Jahren abzeichnender Trend.
Und dieser Trend hat ein Gesicht: das des Nationaltrainers. Die Wahrheit ist: Die Ära Flick liegt in Trümmern. Der Mann, der Euphorie auf den Platz und auf den Rängen orchestrieren muss, schafft es nicht, seine Ansprüche oder Ideen der Mannschaft mitzugeben. Es gibt zwar einen neuen Kapitän, aber keine neue Hierarchie. Es stehen elf Spieler auf dem Platz, aber keine Mannschaft. Die Nationalmannschaft macht keinem mehr Spaß. Weder Fans noch Spielern. Nur Flick glaubt noch an Flick.

„Ich finde, wir machen das gut und ich bin der richtige Trainer“ – Flick beim RTL-Interview nach dem Spiel.
Die ganze Welt konnte dabei zuschauen, wie wir in Katar rausgeflogen sind. Jetzt wissen wir auch, wie Flick die Nationalmannschaft vor der Wüsten-WM motivieren wollte: Mit einem Kurzfilm über Graugänse. Kein Scherz. In einer Dokumentation über den DFB-Kurztrip nach Katar versucht Flick seine Mannschaft einzuschwören, indem er sagt: Lasst uns so sein wie Fluggänse: „Wir geben uns gegenseitig Auftrieb!“ Und weiter: „Wichtig ist, dass wir als Team so agieren. Männer, dann können wir eine ganz weite Reise machen!“
Man würde gerne alle Gesichter der Anwesenden sehen. Wir sehen in der Doku, die mehr Folgen (vier) als Spiele (drei) hat, leider nur das Gesicht von Niklas Süle. Sollte es repräsentativ sein, nimmt seit diesem Moment kein Nationalspieler Hansi Flick mehr ernst. Süle weiß nicht, was er mit seinen Gesichtszügen machen soll. Wie auch. Da spricht ein Mann mit einem Wellensittich-Vornamen von Graugänsen!
Schweinsteiger, Matthäus, Sammer!
Wäre Hansi Flick Fußball-Fan, er hätte längst seinen eigenen Rauswurf gefordert. Am Dienstag kommt Frankreich. In jedem Bundesliga-Verein würden die Bosse nun anfangen, Alternativen zu sondieren.
Was dieser Mannschaft wirklich helfen würde, wäre einer, der wirklich alles gewonnen hat. Etwa Bastian Schweinsteiger, der mit Blut im Gesicht auf dem Rasen von Rio triumphiert hat. Oder Lothar Matthäus, der sich als scharfer Kritiker profiliert hat. Matthias Sammer müsste nur die Kabine betreten und keiner würde sich mehr trauen, einen Ball zu verstolpern.
Rudi Völler, verantwortlich beim DFB für die Nationalmannschaft, war nach dem Japan-Spiel „unter Schock“. Völler am RTL-Mikrofon: „Wir sollten uns erst mal sammeln.“ Am Sonntag werde trainiert, am Dienstag dann das Frankreich-Spiel. „Danach sollten wir erst mal in uns gehen und überlegen, wie es weitergeht. Mal gucken …“
Ein Plädoyer für den Trainer klingt anders. Der wiederum meinte nach dem Abpfiff: „Es gibt verschiedene Positionen, bei denen müssen wir uns steigern.“ Er meinte die Spieler. Sollte aber sich selbst meinen. Die wichtigste Position, die gesteigert werden muss, ist zweifelsohne das Traineramt.
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