Rudi Völler erklärt bei Waldi den Türkei-Blackout: „Wenn du vor 70.000 Zuschauern ein Heimspiel hast, das gar kein Heimspiel ist …“
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Die beiden sind Kult – und endlich wieder vereint! DFB-Sportdirektor Rudi Völler und Reporter-Legende Waldi Hartmann sezieren in einem 36-Minuten-Gespräch die Lage der Fußballnation.
Punkt 1 auf der Tagesordnung: Die böse Heimklatsche gegen die Türkei am Samstag. Wobei die türkischen Fans optisch wie akustisch deutlich in der Überzahl waren. Völler: „Wenn du vor 70.000 Zuschauern ein Heimspiel hast, das aber gar kein Heimspiel ist …“ Der DFB-Sportdirektor kritisierte, dass die Mannschaft von einem Moment auf den anderen „nicht mehr emotional genug“ und „nicht gierig“ gewesen sei.
Waldi verblüfft: „Das ist das Stadion, in dem in sieben Monaten das Endspiel stattfindet. Erklär mir mal, wo ich da keine Emotionalität haben kann?!“
Völlers Antwort: „Es war ja nicht bei allen so, ich gebe dir aber recht. Blackout ist jetzt zu extrem, aber du hast dann diese 20 Minuten, wo du dann nicht mehr richtig auf dem Platz warst. Und dann wirst du halt auch gegen eine gute Mannschaft bestraft und dann liegst du zurück in der Halbzeit.“ Hintergrund: Nach dem frühen 1:0 durch Kai Havertz (5. Minute) hatten die Deutschen das Spiel eigentlich im Griff. Eigentlich. Vor der Pause drehten die Türken mit einem Doppelschlag das Spiel.

Legenden unter sich: Rudi Völler und Waldemar Hartmann
Das ganze Gespräch zwischen Waldi und Völler gibt es hier:
Niklas Füllkrug konnte nach der Halbzeit noch zum 2:2 ausgleichen, die Türken erzielten per Handelfmeter den 3:2 Endstand. Völler betonte, dass keiner mit Absicht verliere. „Aber das ist dann so eine Lethargie, die dann einfach dann kommt, wenn man am Anfang zu überlegen ist.“ Ein paar Prozentpunkte weniger, und man gerät ins Hintertreffen …
Fehlt es in solchen Situationen an Führungsspielern? „Ich sage klar: Nein“, meint Völler. „Wir haben Topspieler, die in der Nationalmannschaft, die in ihren Klubs auch Führungsspieler sind. Klar, in der Nationalmannschaft ist es dann noch mal eine Nummer größer. Da muss man das dann auch zeigen. Und die können das. Ich bin immer noch optimistisch, dass wir bis zur Europameisterschaft die richtige Idee, den richtigen Stil und auch die richtige Einstellung finden.“

Als Spieler Weltmeister 1990, als DFB-Teamchef 2002 Vizeweltmeister – und grundsätzlich über jeden Fußball-Zweifel erhaben: Rudi Völler
Morgen Teil 2: Völler erklärt, was hinter der Havertz-Idee als Linksverteidiger steckt – und ob wir Joshua Kimmich noch mal auf der Rechtsverteidiger-Position sehen werden …
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