Watzke spottet über DFB-Reformen im Jugendbereich: „Demnächst spielen wir ohne Ball …“
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Volle Kanne gegen den eigenen Laden!
Hans-Joachim Watzke, Spitzname Aki, ist Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes. Und kritisiert die eigene Reform im Jugendbereich, in deren Zentrum die Idee stand, Jugendlichen den Druck zu nehmen: „Wenn du als Sechs-, Acht- oder Neunjähriger nie das Gefühl hast, was es ist, zu verlieren, dann wirst du auch nie die große Kraft finden, um auch mal zu gewinnen. Wenn wir Angst haben, dass ein Achtjähriger komplett aus dem Lebensgleichgewicht geworfen wird, weil er mal 5:0 mit seiner Mannschaft verliert, dann sagt das auch sehr viel über die deutsche Gesellschaft aus.“
Ab 2024 sollen neue Spielformen etabliert werde mit kleineren Mannschaftsgrößen auf kleineren Spielfeldern. Watzke: „Es gab ja auch die Diskussion, nicht mehr auf Tore zu spielen. Demnächst spielen wir dann noch ohne Ball“, sagte Watzke. „Oder wir machen den eckig, damit er den etwas langsameren Jugendlichen nicht mehr wegläuft. Ich glaube, dass das grundsätzlich der falsche Ansatz ist.“
Watzke, in Personalunion auch Aufsichtsratschef der Deutschen Fußball Liga und Geschäftsführer von Borussia Dortmund meinte, es gebe „im DFB und in der Gesamtgesellschaft viele Leute, die sagen: Wir müssen weniger Leistungsdruck und Stress am Arbeitsplatz und lieber ein bisschen mehr Home-Office haben. Wir müssen alle fröhlich und friedlich sein und uns alle gut vertragen und am Ende gucken, dass wir noch einen finden, der das Ganze bezahlt.“ Das gelte auch schon im Nachwuchsfußball. „Das darfst du nicht unterschätzen. Und ich halte es für völlig falsch.“
Watzke kündigt Reform von Reform an
Sein abschließendes Urteil zu den DFB-Reformen: „Unfassbar und für mich nicht nachvollziehbar.“ Watzke kündigte eine Reform der Reform an: „Das haben wir gerade beschlossen.“ Der neue DFB-Sportdirektor Hannes Wolf bestätigte das in dieser Form am Donnerstag nicht.

Frisch im Amt: Hannes Wolf mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Rudi Völler
Der DFB hatte Wolf erst Ende August als neuen, für den Nachwuchs zuständigen Direktor vorgestellt. Der 42-Jährige hatte die Reform ausführlich erläutert und verteidigt. Zuletzt war die Umstrukturierung der Nachwuchs-Wettbewerbe und die Abschaffung der bisherigen A- und B-Junioren-Bundesligen beschlossen worden. Kernpunkt der Kritik ist immer wieder, dass es angeblich nicht mehr ums Gewinnen und Verlieren geht.
„In den neuen Spielformen im Kinder- und Jugendfußball wird Leistung gefordert und durch die unmittelbare Rückmeldung des Gewinnens und Verlierens gefördert“, sagte Wolf am Donnerstag laut einer Pressemitteilung. „Die neuen Spielformate sind nicht starr, sondern wir haben in der Zukunft immer die Möglichkeit sie weiterzuentwickeln und an die Realitäten auf Deutschlands Plätzen und auf die besten Lernbedingungen anzupassen.“
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