Watzke über Habecks DFB-Kritik: „Es gibt Leute, die haben vor fünf Jahren noch gesagt: ,Vaterlandsliebe kotzt mich an‘ …“
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Gegenwind für den deutschen Vizekanzler!
Aki Watzke, BVB-Boss und DFB-Vize, hat sich am Samstag in die Adidas-Debatte eingeschaltet. „Dass das in der Öffentlichkeit so ein großes Thema ist, das war klar und kann ich gut nachzuvollziehen“, so Watzke gegenüber Sky. „Als ich damit konfrontiert worden bin, habe ich auch erst mal Luft holen müssen. Das war eine gewachsene Beziehung zwischen dem DFB und Adidas. Ich habe mich aber maßlos über viele Politiker-Kommentare geärgert, die auf einmal den Patriotismus für sich entdecken. Es gibt Leute, die haben vor fünf Jahren noch gesagt: ,Vaterlandsliebe kotzt mich an‘ und entdecken jetzt auf einmal den Patriotismus.“ Sky-Reporter Florian Plettenberg veröffentlichte die Watzke-Zitate.
🚨DFB-Vize Aki #Watzke soeben exklusiv bei Sky zum Nike-Wechsel:
— Florian Plettenberg (@Plettigoal) March 23, 2024
„Dass das in der Öffentlichkeit so ein großes Thema ist, das war klar und kann ich gut nachzuvollziehen. Als ich damit konfrontiert worden bin, habe ich auch erst mal Luft holen müssen. Das war eine gewachsene… pic.twitter.com/aaKaAVfDYp
HINTERGRUND: Nachdem der DFB verkündet hatte, ab 2027 nicht mehr in Adidas,- sondern in Nike-Trikots aufzulaufen, hatte sich u.a. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) wo Wort gemeldet: „Ich kann mir das deutsche Trikot ohne die drei Streifen kaum vorstellen. Adidas und Schwarz-Rot-Gold gehörten für mich immer zusammen. Ein Stück deutscher Identität. Da hätte ich mir ein Stück mehr Standortpatriotismus gewünscht.“
2010 hatte Habeck noch geschrieben: „Vaterlandsliebe fand ich stets zum Kotzen. Ich wusste mit Deutschland noch nie etwas anzufangen und weiß es bis heute nicht.“ Der Satz stammt aus seinem Buch „Patriotismus. Ein linkes Plädoyer“. Der BVB-Boss nennt Habeck nicht beim Namen – aber es ist klar, wer gemeint ist … Habeck war nicht das einzige Kabinetts-Mitglied, das sich zu Wort gemeldet hatte. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sprach von einer „Fehlentscheidung, wo Kommerz eine Tradition und ein Stück Heimat vernichtet“.
Watzke weiter über den Prozess, der zum Ende der Adidas-Ära geführt hat: „Diese Regeln, die wir jetzt haben, dass wir diskriminierungsfrei ausschreiben müssen, daran haben wir uns gehalten. Die Ergebnisse bekommst du dann auch nicht mehr aus der Welt; diese Compliance-Regeln, die diese Politiker auch eingeführt haben. Daran haben wir uns zu halten.“ Laut Handelsblatt hatte Nike 100 Millionen Euro pro Jahr geboten. Adidas hatte zuletzt knapp die Hälfte im Jahr überwiesen. Watzke dazu: „Die Differenz war so gigantisch groß, da gab’s einfach keine andere Lösung. Wenn man ausschreibt, dann ist es halt so, dass irgendwann mal einer böse ist.“

Die Nationalmannschaft spielt am Samstagabend in Lyon gegen Frankreich. Ab 2027 läuft das Team im Nike-Dress auf
Zuvor hatte schon Ex-DFB-Direktor Oliver Bierhoff gegen Habeck gewettert. Er forderte: Politiker sollten sich aus der Diskussion raus halten. „Sie kennen die Hintergründe und Fakten nicht. Wo ist der Standortpatriotismus der deutschen Wirtschaftspolitik? Ich hätte mir gewünscht, dass sie mehr zum Standortpatriotismus beiträgt. Stattdessen verlassen uns Unternehmen wegen hoher Energiekosten, hoher Steuern und zu viel Bürokratie. Solche Politiker-Kommentare werte ich als Eigentore.“
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