Jeder sechste junge Mann muss nicht zur Musterung, weil er keinen deutschen Pass hat
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Ab 2026 stehen in Deutschland erstmals seit über zehn Jahren wieder Musterungen an. Das betrifft die 16- bis 17-Jährigen des Geburtsjahrgangs 2008. Alle erhalten einen Fragebogen, mit dem die Bundeswehr prüfen will, wer tauglich und wer bereit ist, Dienst zu leisten.
Doch: Gemustert werden ausschließlich deutsche Staatsbürger – also gebürtige Deutsche und Eingebürgerte. Junge Männer ohne deutschen Pass bekommen keinen Brief. Die Frage liegt auf der Hand: Wie stark beeinflusst die Migrationspolitik der vergangenen Jahre die Wehrdienstfähigkeit der kommenden Generation?
NIUS hat die Bevölkerungsdaten des Statistischen Bundesamts auf Basis des Zensus 2022 ausgewertet. Ergebnis: Jeder sechste junge Mann muss nicht zur Musterung, weil er keinen deutschen Pass hat. Im Geburtsjahrgang 2008 leben rund 410.000 männliche Jugendliche in Deutschland. Davon besitzen 344.345 die deutsche und 65.706 eine ausländische Staatsangehörigkeit – fünf werden also gemustert, einer nicht.
350.000 männliche Jugendliche werden angeschrieben
Blickt man auf die nachfolgenden Jahrgänge, zeigt sich ein leicht rückläufiger Trend: Der Anteil ausländischer junger Männer nimmt schrittweise ab. Im jüngsten erfassten Geburtsjahrgang 2024 wäre es „nur“ noch jeder siebte, der von der Musterung ausgenommen bliebe. Diese Hochrechnungen beruhen auf den aktuellen Bevölkerungszahlen und berücksichtigen keine künftigen Einbürgerungen oder Zuwanderungsverschiebungen.
Das Verteidigungsministerium teilte NIUS auf Anfrage mit: „Wir gehen davon aus, dass jährlich etwa 650.000 bis 700.000 Personen insgesamt angeschrieben werden. Die Musterung ab Mitte 2027 betrifft dann nur die männlichen Personen, also rund 350.000 Personen.“
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