Sonntagsfrage Sachsen-Anhalt: AfD und CDU verlieren leicht
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Die AfD bleibt in Sachsen-Anhalt mit deutlichem Abstand stärkste Kraft. In einer exklusiven INSA-Umfrage für NIUS kommt sie auf 41 Prozent. Gegenüber der vorherigen Erhebung verliert die Partei einen Prozentpunkt.

Auch die CDU büßt einen Punkt ein und erreicht 23 Prozent. Damit liegt sie 18 Prozentpunkte hinter der AfD. Die Linke folgt mit 13 Prozent auf dem dritten Platz. Die SPD kommt auf sechs Prozent. Das BSW legt um einen Prozentpunkt zu und erreicht fünf Prozent. Damit würde die Partei den Einzug in den Landtag knapp schaffen. FDP und Grüne liegen jeweils bei vier Prozent und würden an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Die FDP gewinnt gegenüber der vorherigen Befragung einen Prozentpunkt. Auf die sonstigen Parteien entfallen ebenfalls vier Prozent.
AfD-Kandidat Siegmund liegt vor Schulze
Auch bei einer hypothetischen Direktwahl des Ministerpräsidenten liegt die AfD vorn. 32 Prozent der Befragten würden sich für AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund entscheiden. Der CDU-Kandidat Sven Schulze erreicht 28 Prozent. 20 Prozent würden keinen der beiden wählen, 16 Prozent sind unentschieden.

Siegmund führt dabei in sämtlichen Altersgruppen unter 60 Jahren. Besonders deutlich fällt sein Vorsprung unter den 18- bis 29-Jährigen aus: In dieser Gruppe würden 39 Prozent Siegmund und nur zwölf Prozent Schulze wählen. Bei den 50- bis 59-Jährigen liegt der AfD-Kandidat mit 43 zu 22 Prozent vorn. Unter den mindestens 60-Jährigen führt dagegen Schulze.

Auch bei der Frage, wer nach der Landtagswahl am 6. September tatsächlich Ministerpräsident wird, sehen die Befragten Siegmund vorne. 33 Prozent rechnen mit dem AfD-Politiker, 26 Prozent mit Schulze. 13 Prozent erwarten einen anderen Kandidaten, 23 Prozent können keine Prognose abgeben.

Fast die Hälfte der Befragten möchte keine Grünen im Landtag
Eine zusätzliche Abfrage zeigt, welche Rolle sich die Menschen für die einzelnen Parteien nach der Landtagswahl wünschen. 32 Prozent wollen, dass die AfD die Regierung anführt und den Ministerpräsidenten stellt. Weitere 13 Prozent wünschen sich eine Beteiligung der Partei an der Regierung. Insgesamt sprechen sich damit 45 Prozent für eine Regierungsrolle der AfD aus.
Bei der CDU wünschen sich 25 Prozent, dass sie weiterhin den Ministerpräsidenten stellt. Weitere 16 Prozent wollen sie zumindest an der Regierung beteiligt sehen. Damit kommt die CDU bei der gewünschten Regierungsbeteiligung insgesamt auf 41 Prozent.
Deutlich geringer fällt dieser Wert bei den übrigen Parteien aus. Für eine Regierungsführung oder -beteiligung der SPD sprechen sich zusammen 31 Prozent aus, beim BSW sind es 26 Prozent. Die Linke erreicht 22 Prozent, die FDP 20 Prozent und die Grünen 15 Prozent.
Die Grünen stoßen zugleich auf die größte grundsätzliche Ablehnung: 49 Prozent der Befragten wünschen sich, dass die Partei gar nicht mehr in den Landtag einzieht. Bei der Linken sind es 34 Prozent, bei der AfD 31 Prozent. Jeweils 30 Prozent wollen FDP und BSW nicht im Parlament sehen, bei der SPD sind es 29 Prozent, bei der CDU 20 Prozent.

AfD verfügt über größtes Wählerpotenzial
In den eigenen Wählerlagern ist der Anspruch auf eine Regierungsführung besonders ausgeprägt. 94 Prozent der CDU-Wähler wollen, dass ihre Partei den Ministerpräsidenten stellt. Unter den AfD-Wählern wünschen sich 90 Prozent eine von der AfD geführte Landesregierung. Rechnet man diejenigen hinzu, die lediglich eine Regierungsbeteiligung bevorzugen, wollen jeweils nahezu alle CDU- und AfD-Wähler ihre Partei in der Regierung sehen.
Die Potenzialanalyse zeigt zudem, dass die AfD über den mit Abstand größten gefestigten Wählerkern verfügt. 34 Prozent aller Befragten mit einer konkreten Parteipräferenz geben an, die AfD wählen zu wollen und sich ihrer Entscheidung bereits sicher zu sein. Bei der CDU sind es 18 Prozent, bei der Linken neun Prozent. SPD, Grüne, BSW und FDP kommen auf Werte zwischen einem und vier Prozent.
Zusätzlich zu den 41 Prozent, die bereits die AfD wählen wollen, könnten sich weitere fünf Prozent trotz anderer Präferenz grundsätzlich vorstellen, ihre Stimme der AfD zu geben. Das rechnerische Gesamtpotenzial der Partei liegt damit bei 46 Prozent. Die CDU kommt einschließlich weiterer potenzieller Wähler auf 35 Prozent.
Das größte noch nicht ausgeschöpfte Wählerreservoir besitzt das BSW. Neben den fünf Prozent, die die Partei aktuell wählen würden, können sich weitere 19 Prozent grundsätzlich eine Stimme für das Bündnis vorstellen. Das Gesamtpotenzial liegt damit bei 24 Prozent. Auch die SPD verfügt mit zusätzlichen 16 Prozent über ein deutlich größeres Potenzial, als ihr derzeitiges Umfrageergebnis vermuten lässt.
Die Grünen haben dagegen nicht nur das geringste Gesamtpotenzial, sondern auch die höchsten Ausschlusswerte. 56 Prozent können sich grundsätzlich nicht vorstellen, die Partei bei einer Landtagswahl zu wählen. Bei der AfD schließen dies 44 Prozent aus, bei der Linken 39 Prozent. Das BSW weist mit 29 Prozent den niedrigsten Ausschlusswert aller abgefragten Parteien auf.

AfD gilt bei Migration und Sicherheit als kompetenteste Partei
Entscheidend für die Wahl sind vor allem die Themen Wirtschaft, Gesundheit, Migration und Sicherheit. 37 Prozent zählen die Wirtschaft zu den drei wichtigsten Themen für ihre Wahlentscheidung. Gesundheit folgt mit 36 Prozent, Migration mit 35 Prozent und Sicherheit mit 34 Prozent. Bildung nennen 32 Prozent, Arbeit und Arbeitsmarkt 28 Prozent. Mehrfachantworten waren möglich.

Bei der zugeschriebenen Parteienkompetenz liegt die AfD in mehreren zentralen Bereichen vorn. Von den Befragten, für die Migration ein wichtiges Wahlthema ist, halten 66 Prozent die AfD auf diesem Gebiet für die kompetenteste Partei. Beim Thema Sicherheit erreicht sie 46 Prozent, bei Arbeit und Arbeitsmarkt 38 Prozent und bei Bildung 34 Prozent.

Der CDU wird vor allem bei der Wirtschaft die größte Kompetenz zugeschrieben. Dort liegt sie mit 43 Prozent vor der AfD mit 29 Prozent. Beim Thema Umwelt sehen 48 Prozent die Grünen als kompetenteste Partei. Die Kompetenzwerte beziehen sich jeweils nur auf diejenigen Befragten, die das entsprechende Thema zuvor als wichtig für ihre Wahlentscheidung bezeichnet hatten.
Für die repräsentative INSA-Umfrage im Auftrag von NIUS wurden zwischen dem 23. und dem 30. Juni 2026 insgesamt 1000 Menschen aus Sachsen-Anhalt online befragt. Die maximale Fehlertoleranz beträgt 3,1 Prozentpunkte. Die Potenzialanalyse beruht auf den Angaben von 817 wahlberechtigten Befragten, die eine konkrete Parteipräferenz nannten.
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