„Es gibt keine falschen Meinungen, nur schlechte Argumente“ – Alexander Kissler | Inside NIUS mit Helena
In dieser Folge von Inside NIUS spricht Helena Gebhard mit Dr. Alexander Kissler, Journalist, Autor und Kolumnist, über seinen Weg in den Journalismus, den Wert von Bildung und die zunehmende Verarmung der öffentlichen Debattenkultur.
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Kissler studierte Literatur, Geschichte und Medienwissenschaften und begann bereits als Jugendlicher für eine Lokalredaktion zu schreiben. Früh war für ihn klar, dass Journalismus nicht allein Technik, sondern vor allem geistige Arbeit ist: lesen, schreiben, verstehen. Seine akademische Prägung versteht er bis heute als Fundament seiner journalistischen Haltung.
Im Gespräch beschreibt Kissler Journalismus als Form der Selbstbildung. Schreiben bedeute immer auch Selbstprüfung: Wortwahl, Haltung, Argumente. Aufklärung sei ohne Bildung nicht denkbar und Bildung beginne beim eigenen Denken. Besonders kritisch blickt er auf eine Gesellschaft, die sich zunehmend mit Einbildung statt mit Bildung zufriedengebe.
Ein zentrales Thema ist die Debattenkultur in Deutschland. Kissler formuliert einen seiner prägnantesten Sätze: Es gebe keine falschen Meinungen, sondern nur schlechte Argumente. Gerade diese Unterscheidung sei in politischen und medialen Auseinandersetzungen verloren gegangen. Statt Argumente auszutauschen, würden Meinungen moralisch bewertet und delegitimiert.
Auch persönlich wird es: Kissler spricht über den Umzug nach Berlin, den Schritt vom schreibenden Journalisten hin zum sichtbaren Kommentator im Bewegtbild und über Kritik aus dem Umfeld. Er schildert, warum er sich davon nicht beirren lässt und weshalb er überzeugt ist, dass Journalismus wieder mehr Mut zur Zuspitzung und zum Streit braucht.
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Helena Gebhard
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