Correctiv ist auch mit dabei: Neues Agitprop-Format von Künstlern und Aktivisten entpuppt sich als Comedy aus der Hölle
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Claudio CasulaWas ist noch schlimmer als unlustige Comedy? Unlustige Comedy, die „Fakten erzählen“ will. Und der Podcast „Fun Facts“ macht genau das: links-grüne Propaganda, die noch weniger „funny“ als die heute-show ist. „Haltungs-Künstler“ von Sarah Bosetti bis Carolin Kebekus tun sich mit Aktivisten wie Luisa Neubauer zusammen – eine unheilvolle Allianz.
Das ist das Endgrauen. Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk strahlt man es lieber nicht aus, auch wenn die meisten der Mitwirkenden – darunter Collien Fernandes, Hannes Jaenicke und Raúl Krauthausen – schon reichlich TV-Erfahrung haben. Produziert wird vor zahlendem (!) Publikum, denn angeblich trägt sich das Projekt dadurch (und durch Merchandise) selbst, die Agitatoren treten ohne Gage auf.
Die Behauptung der Macher: Fakten in den sozialen Medien hätten es oft nicht leicht, durchzudringen. Der neue Podcast „Fun Facts“ soll Qualitätsjournalismus bieten – „mit Humor und Intelligenz“, wie der Autor und Co-Host Marc-Uwe Kling („Die Känguru-Chroniken“) sagt.
Die üblichen Verdächtigen in Aktion
Es gehe um „mehr soziale Gerechtigkeit, mehr Umweltschutz, mehr Demokratie“, übersetzt also: um Neid auf Wohlhabende, Klimapropaganda und die Agitation gegen alles, was nicht links ist. Weil man den „Diskurs auf eine faktensichere Basis stellen“ möchte, ist das Portal Correctiv mit in das Projekt eingebunden, deren Chefredakteurin Anette Dowideit auch schon mit einigen Mitwirkenden posierte.
Am Montagabend wurde die erste Show aufgeführt, als „Weltpremiere“, wie Correctiv vermeldet. Das ist lustiger als das, was dann kam. Was sich selbst „witzig, wichtig, richtig“ nennt, ist nichts weiter als ein Nacherzählen der üblichen Narrative, nur von verschiedenen Papageien vorgetragen.
„Mit dabei sind Menschen aus den Bereichen Comedy, Fernsehen, Film, Musik, Literatur, Podcasts, Social-Media, Wissenschaft und Aktivismus. Uns ist wichtig, die Diversität unserer Gesellschaft auch auf der Bühne abzubilden“, sagen die Verantwortlichen, aber die „Diversität“ hält sich dann doch arg in Grenzen. Es sind die üblichen Verdächtigen aus der Szene der Haltungs-Künstler. Demnächst tritt auch Jean-Philippe Kindler auf, der früher in WDR-Formaten zu sehen war („Die CDU ist eine Scheißpartei“), als Berater von Linken-Chefin Heidi Reichinnek tätig ist und den ermordeten Charlie Kirk verhöhnte.

Correctiv-Chefin Anette Dowideit (2.v.r.) im Kreise einiger woker Protagonisten.
Amerika schlimmer als Iran, hihihi
Aufgezeichnet wird der Podcast jeweils montags bis freitags in verschiedenen Städten, darunter Berlin und Hamburg. In der Regel soll er 15 Minuten lang sein, was schon schlimm genug ist, doch ist im ersten Video der erwähnte Marc-Uwe Kling zu sehen, der wie Oliver Welke hinter einem Schreibtisch sitzt und geschlagene 23 Minuten erzählt, womit der unschuldige Bürger schon 24/7 gepiesackt wird.
Um es vorwegzunehmen: Der Rezensent saß mit versteinerter Miene vorm Bildschirm, zu lachen gab es nichts. Nada. Nullkommanull.
Los geht’s mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, die „sehr unbeliebt ist, aber einen Top-Job macht“. Brüller. Dann geht es erst einmal gegen die USA: „Es gibt da ein fanatisch-religiöses Lügen-Regime, das Protestierende auf der Straße erschießen lässt. Und das greift den Iran an.“
Ja, die Leute würden wohl gern ihr Regime loswerden, aber niemand wisse, was danach kommt, und es sei ja auch „nicht so, als würden im Iran alle dasselbe wollen“, und dann gäbe es da noch dieses „Völkerrecht“. Das „sieht eigentlich nicht so richtig vor, dass man Bomben auf Länder wirft, die nicht zuvor Bomben auf einen selbst geworfen haben.“
Als hätte das Mullah-Regime nicht seit Jahrzehnten Bomben werfen lassen. Geht das jetzt hier so weiter?

Kaum Facts, kein Fun: Marc-Uwe Kling.
Sprechchor wie im Kindergarten
Nein, es kommt noch schlimmer. Kling meint, die Bundesregierung sage nichts zu dem „völkerrechtswidrigen Angriffskrieg“, dabei sei das gar nicht so schwer – und fordert das Publikum auf, es ihm nachzusprechen: „Kommt, wir sagen das mal zusammen: Eins, zwei, drei: ‚Völkerrechtswidriger Angriffskrieg‘.“ Und tatsächlich skandiert das Publikum: „Völ-ker-rechts-wi-dri-ger Angriffskrieg‘“. Man fasst sich nur an den Kopf.
In diesem Stil geht es unheiter weiter: Ausgeteilt wird nochmal gegen Katherina Reiche (von der Gaslobby gekauft!), Trump (sowieso), Spahn (was reimt sich auf Jens? Inkompetenz), Merz (Peter-Prinzip) und andere vermeintliche Feinde der Haltungskamarilla. Grüne werden (Überraschung!) verschont, nur ein Soze wird zum Gespött, wegen seines Namens: Bengt Bergt. Daran arbeitet sich Kling eine ganze Minute ab.
Namenswitze waren gerade im Sonderangebot, deshalb spricht Kling von „zwei Christdemokraten: Daniel und Günther“. Es gab schon Geiselnahmen und Beerdigungen, bei denen man mehr gelacht hat. Irgendwann ruft er die Leute im Saal implizit zum Buhen auf, und auch das folgt prompt. Ansonsten wird auf Kommando gelacht und gejohlt. Fremdscham pur.
Wie geil doch so eine Wärmepumpe ist
Und wo sind nun die „Fun Facts“? Die sind wohl im Keller geblieben, jedenfalls kündigt Kling einen so an: „Trotz gemeinsamer Desinformationskampagne von Springer, FDP, CDU, CSU, AfD und Gas-Lobby ist die Wärmepumpe unter Hausbesitzern die beliebteste Art der Heizung.“ Und er setzt noch einen „Extra Fun Fact“ obendrauf: „Sogar AfD wählende Hausbesitzer wollen am liebsten eine Wärmepumpe.“
Das dürfte empirisch schwer belegbar sein, aber man hat uns ja „Facts“ versprochen. Neben der „Gas-Lobby“ und Reiche nimmt sich Kling nun „US-Big-Tech“ vor. Aber weiter humorbefreit. Bei „Fickt euch alle! Fickt eure süchtig machenden Algorithmen und fickt eure Daten klauende KI-Scheiße!“ johlen die Gäste. Das ist das Endgrauen hier.
Bei diesem Auftritt genügt es nicht, keine guten Witze zu machen, es muss auch noch beinharte Agitation her. Kling mahnt einen „Digital Independence Day“ an und ruft die Leute dazu auf, von X auf Mastodon zu wechseln und statt bei Amazon bei Otto zu bestellen. Wehrt euch, leistet Widerstand! Denn: „Der Abgrund heißt Überreichtum, der Abgrund heißt Klimakrise, der Abgrund heißt Totalitarismus.“
Und das soll uns jetzt wirklich drohen?

Unlustiger als eine Blinddarm-Operation: Kling und Bosetti.
Gefühlte Anarcho-Gang
Da geht Kling lieber nicht ins Detail – das weiß man doch alles, das darf niemals hinterfragt werden. Vorbildlich sei Schleswig-Holstein, die verzichten da jetzt auf Microsoft von Tech-Milliardär Bill Gates und haben jetzt Open Source!
Jetzt noch schnell ein wenig Musk-Bashing. Man stelle sich vor, ein „Elonides Muskelos“ [sic!] hätte sich im klassischen Athen „einfach den Marktplatz der Meinungen gekauft und nach seiner Willkür entschieden, wer ein Megafon kriegt und wer geknebelt wird“. Dabei war genau das der Fall, bevor Musk Twitter kaufte, jetzt kommen rechts wie links unzensiert zu Wort. Für Klings Milieu schon ein unhaltbarer Zustand.
Das Irre an diesem Format ist, dass sich die Macher, die 1:1 das herrschende „progressive“ Milieu abbilden, als aufmüpfige, anarchistische „Gang“ verstehen, die gegen Desinformation, übermächtige Rechte und Tech-Milliardäre aufbegehrt. Ein Moloch, der sich als kleines gallisches Dorf verkleidet. Nein, Leute, wirklich nicht. Und ihr macht auch kein „witziges Nachrichtenformat“. Am Montag nicht und auch nicht an den anderen Werktagen. Und, sagt mal: Haben die Leute wirklich für ihre Tickets bezahlt, habt Ihr die nicht mit riesigen Schmetterlingsnetzen auf der Straße eingefangen? Oder beim Evangelischen Kirchentag rekrutiert? Beim Kaffeetrinken gegen Rechts?
Der Podcast soll „auf allen Social-Media-Kanälen außer X“ laufen. Wenigstens das bleibt den Kunden von „Elonides Muskelos“ erspart. Übrigens: Jeder Post von Musk ist witziger als 100 von euren Podcasts. Fun Fact.
Redaktioneller Hinweis: In einer früheren Fassung des Artikels haben wir Herrn Jean-Philippe Kindler als „WDR-Komiker“ bezeichnet. Herr Kindler beanstandet diese Bezeichnung. Wir stellen insoweit ausdrücklich klar, dass damit nicht zum Ausdruck gebracht werden sollte, zwischen Herrn Kindler und dem WDR bestehe oder habe im Zeitpunkt der Veröffentlichung ein gegenwärtiges Arbeits-, Beschäftigungs- oder sonstiges Vertragsverhältnis bestanden. Gemeint war ausschließlich, dass Herr Kindler in der Vergangenheit in Formaten des WDR aufgetreten ist. Zur Vermeidung künftiger Fehlinterpretationen haben wir die Formulierung angepasst.
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