NIUS besuchte den Drehort der zweiten Staffel: MobLand zeichnet eine Welt voller Macht, Gewalt und Bandenkrieg
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Man kann jeden Uber-Fahrer, Gepäckkontrolleur oder Kellner fragen. „MobLand“ ist DIE Serie im britischen Königreich. Knallhart, emotional aufgeladen – und mit Pierce Brosnan und Helen Mirren an der Spitze hochgradig besetzt. Unser Reporter Karsten Kastelan war exklusiv für NIUS am Drehort der zweiten Staffel.
Bei „MobLand“ ist das Thema gegeben. „Mob“ ist gleich Mafia. „Land“ ist das Land, um sie herum, das sie mit Eiseskälte beherrschen. „Sie“, das sind in diesem Fall die irischen Patriarchen dieser Gewaltdynastie, Conrad Harrigan (Pierce Brosnan) und Maeve Harrigan (Helen Mirren). Wobei einem sehr klar wird, wer hier die Hosen anhat. Und es ist nicht der Mann in diesem infernalischen Duo.
NIUS bekam einen wortwörtlichen Einblick hinter die Kulissen der zweiten Staffel der Serie, mit einer Einladung in die historischen Ealing-Studios, in denen die zweite Staffel der Serie zwei Tage später Drehbeginn haben würde. Und neben schönen Gesprächen mit Brosnan und Mirren, fielen einem besonders die „Fremdenführer“ auf, die in sichtlichem Genuss ihrer neuen Rolle uns die Sets zeigten, insbesondere Joanne Froggatt, eigentlich Star von „Downton Abbey“, und Anson Boon, der in der Serie einen der abscheulichsten Menschen auf dieser Welt spielt, im wirklichen Leben aber kaum netter sein könnte.
Aber gehen wir an den Anfang zurück, da „Mobland“ seit dem Frühjahr 2025 auf Paramount+ läuft, was – gerade zum Jahresende – eine gute Idee wäre, hier eine Serie nachzuholen, die an kalkulierter Härte nicht zu überbieten ist.
Alles beginnt mit Harry De Souza (Tom Hardy), dem ausführenden Arm der weitreichenden Maffia-Familie, der sich um gewisse Dinge kümmern muss, während sein Arbeitgeber ein paar Stockwerke hoch seinen Sherry trinkt. In diesem Fall, zwei sich streitende Unterfamilien exekutieren zu lassen. „Kein Mann, kein Problem“, ein oft (fälschlicherweise) Joseph Stalin zugeschriebenes Zitat, kommt hier zur Anwendung.

Tom Hardy spielt Harry De Souza
Und ein Bandenkrieg beginnt
Der so edel erscheinende Patriarch, immer im Tweed eines Großgrundbesitzers gekleidet, steht nämlich unter der Fuchtel seiner Frau: einer tödlichen Lady Macbeth, die den weitaus nicht ganz seiner mentalen Fähigkeiten Mächtigen zu mehr und mehr Gewalt anstachelt. Gerade wenn es seinen Enkel angeht, einen kleinen perversen Emporkömmling, für den sie mehr als großmütterliche Gefühle hat.
Hardy, der Mann fürs Grobe, kann kaum etwas tun, um sich dem Lauf der Dinge entgegenzustellen. Er hat eine wunderbare Frau (Joanne Froggatt) und eine blitzgescheite Tochter, die er von seinem Job fernhalten möchte. Aber das entpuppt sich als schwierig, da sowohl Vater als auch Enkel seines Arbeitgebers um die beiden buhlen.

NIUS-Redakteur Karsten Kastelan am Set von „MobLand“
Dagegen war „Gangs of London“ Weichspülerei
Und nun muss Harry in die Bresche springen, um die falschen (sagen wir mal: unbedachten) Entscheidungen seines Auftraggebers und Ziehvaters auszugleichen. Dazu gehören (neben der schon erwähnten Massenerschießung) noch in Säure gepackte Körperteile und die eine oder andere Entsorgung von menschlichen Überresten. Aber es ist nicht das bildlich Üble, was dem Zuschauer zu schaffen macht. Es ist die enorme emotionale Brutalität hinter der gentilen Fassade, die plötzliche Erschießung eines Freundes im Familienkreis. Die Dynamik eines grenzdebilen Mannes und einer knallhart und ödipal agierenden Frau. Wir reden hier von wirklichen Abgründen, was die gute Stimmung beim Set-Besuch etwas kontrahierte.
Was war denn da so lustig?
Scheinbar einiges. Beispielsweise, als Pierce Brosnan erzählte, er sollte diese Rolle erst als britisch spielen. Aber nach ein bis zwei Takes sagte ihm der Regisseur Guy Ritchie: „Go Irish“ – also „Mach es auf irisch“. Brosnan ist Ire und brauchte gerade einmal zwanzig Minuten, um sein Spiel umzustellen. Aber musste das noch seiner guten Freundin Helen Mirren mitteilen, die – laut Drehbuch – in demselben irischen Dorf aufwuchs, wie er auch. Mirren (in Hammersmith, London geboren), musste nun schnell umdenken. Aber sie hatte zum Glück gerade die Serie „1923“ abgedreht, in der sie einen irischen Akzent haben sollte.
Heutzutage können beide darüber herzlich lachen. Und es fiel bei der Begegnung auch auf, wie gut sie sich persönlich verstehen. Gerade will sie Antagonisten spielen, die sich trotzdem untrennbar zueinander hingezogen fühlen.
„Mobland“ geht unter die Haut
Wir reden hier von einer Serie, die Gewalt schonungslos zeigt, bei der aber die wahre Gewalt nur insinuiert wird. Derjenige, der die Macht hat, kann tun was er (oder sie) will. Alle anderen sind machtlos. Und genau hier zeigt sich das Genie von „Mobland“, denn es ist ein Land, in dem von oben herab bestimmt wird, was zu tun ist. So blödsinnig es auch sein mag. Politische Rückschlüsse dürfen gern gezogen werde.
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