54 Prozent mehr Kurzarbeit: So wirkt sich die Krise auf unsere Jobs aus
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Die Kurzarbeit schien fast schon vergessen – aber nun ist sie wieder da, und zwar mit voller Kraft.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Um 53,6 Prozent stieg die Kurzarbeit im September gegenüber dem Vorjahresmonat an. Aber auch im Vergleich mit dem Vormonat August stieg die Kurzarbeit um 34,2 Prozent. Saisonbereinigt stieg die Arbeitslosigkeit in Deutschland im November um 22.000 Menschen im Vergleich zum Vormonat Oktober. Im Vergleich mit dem Vorjahr ist die Arbeitslosenzahl um 172.000 höher.
Laut Angaben der Agentur für Arbeit hinterlässt die „Flaute der deutschen Wirtschaft“ weiter Spuren am deutschen Arbeitsmarkt. Insgesamt meldet die Agentur für Arbeit nun 4.648.000 erwerbsfähige Menschen in Deutschland, die Arbeitslosengeld oder Bürgergeld beziehen.

Die deutsche Wirtschaft ist im Sinkflug und sorgt für steigende Arbeitslosenzahlen.
Deutschlands Krise kommt am Arbeitsmarkt an
Die deutsche Wirtschaft wächst seit über einem Jahr nicht mehr. Im Vergleich mit allen anderen Industriestaaten kommt Deutschland auf die schlechteste Entwicklung. Trotz des vorherigen Fachkräftemangels kommt diese Krise nun schrittweise am Arbeitsmarkt an.
Die gemeldeten offenen Arbeitsstellen reduzierten sich im November um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die zusätzlich gemeldeten offenen Arbeitsstellen gingen sogar um 14,5 Prozent zurück. Auch gegenüber den Vormonaten ist die Nachfrage nach Arbeitskräften erneut zurückgegangen.
Zunächst wurden Leiharbeiter reduziert. Das ist naheliegend. Denn wenn die Wirtschaftsentwicklung schlecht ist und die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen sinkt, reduzieren Unternehmen eben genau jene Kosten, die am einfachsten zu reduzieren sind. Bei den Personalkosten sind es dann die Leiharbeiter, die gehen müssen.

Leiharbeiter montieren auf einer Baustelle in Schwerin.
Kurzarbeit steigt rasant an
Ein weiteres Instrument, um die für die Personalkosten von Unternehmen zu reduzieren, ist die Kurzarbeit. Von einem unterdurchschnittlichen Niveau im Jahr 2022 steigt die Nutzung der Kurzarbeit nun rasant an:
- Im Vorjahresvergleich stieg sie um 53,6 Prozent.
- Im Vormonatsvergleich stieg sie um 34,2 Prozent.
Damit liegt die Nutzung der Kurzarbeit laut Agentur für Arbeit bereits auf einem überdurchschnittlichen Niveau. 0,4 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten bezogen im September Kurzarbeitergeld.

Antragsformular für Kurzarbeitergeld: Unter den Kurzarbeitern halten etwa ein Drittel den eigenen Arbeitsplatz für akut gefährdet.
Auch die reduzierte Stundenzahl erhöhte sich. Wurden im August und im September des Vorjahres ein durchschnittlicher Arbeitsausfall von 26 Prozent gemeldet, so stieg dieser nun auf 28 Prozent.
Agentur für Arbeit blickt pessimistisch auf die weitere Entwicklung
Die Frühindikatoren der Agentur für Arbeit deuten auf eine Fortsetzung der ungünstigen Entwicklung am Arbeitsmarkt hin.
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat auf Basis einer Befragung aller lokalen Arbeitsagenturen ein Barometer entwickelt, der Informationen für die Entwicklung des Arbeitsmarktes geben soll.
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