94 Prozent befürchten Abwanderung, 63 Prozent stellen Investitionen zurück: Deutsche Unternehmen glauben nicht an eigene Zukunftsfähigkeit
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Eine Umfrage unter 169 Industrieunternehmen zeigt: Vertreter der Schlüsselindustrien in Deutschland zweifeln immer mehr an der eigenen Zukunftsfähigkeit. Unglaubliche 94 Prozent der energieintensiven Firmen, etwa aus der Chemie- oder Stahlindustrie, fürchten demnach, dass es in ihrer Branche eine Abwanderung aus Deutschland geben wird.
Die aktuelle Allensbach-Umfrage der Restrukturierungsberatung FTI-Andersch im Auftrag des Handelsblatts offenbart weitere alarmierende Ergebnisse.
Die wichtigsten Erkenntnisse der Erhebung laut Handelsblatt:
- 51 Prozent der befragten Unternehmen fürchten, dass ihr Geschäft in den kommenden zwölf Monaten weiter stagniert oder sich gar verschlechtert.
- 60 Prozent der heimischen Autozulieferer haben aufgegeben, chinesische Autobauer als Kunden zu gewinnen, obwohl diese zunehmend an Bedeutung gewinnen. 83 Prozent der befragten deutschen Automobilzulieferer sagen, dass es für sie schwierig bis sehr schwierig sei, Partner eines Autobauers aus China zu werden. Ein gutes Drittel fürchtet, durch den Rückgang des Verbrennermarktes stark oder sehr stark betroffen zu sein.

Der Stand des chinesischen Autobauers BYD auf der IAA Mobility 2023
- 51 Prozent der Maschinenbauer gehen davon aus, dass sie ihre Technologieführerschaft in den kommenden Jahren an ausländische Wettbewerber verlieren werden. 70 Prozent fürchten deshalb starke oder sehr starke Auswirkungen.
- Fast alle Firmen in energieintensiven Branchen wie der Chemie- oder der Stahlindustrie halten es der Umfrage zufolge für wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich, dass Unternehmen ihrer Branche aus Deutschland vollständig oder teilweise abwandern werden. Hauptgrund dafür sind die hohen Energiepreise.
Auch unter den Jungunternehmern schwinde die Zuversicht. Im aktuellen Zukunftsbarometer der Wirtschaftsjunioren Deutschland hätten 77,3 Prozent der Befragten angegeben, sie blickten pessimistisch auf die kommenden zwei Jahre. Vor einem Jahr habe dieser Wert noch bei 73,1 Prozent gelegen.

Die Kulisse des Chempark in Leverkusen
Wirtschaft glaubt nur bedingt an Wirkung der Maßnahmen
Das Handelsblatt zieht den Schluss: „Auch wenn die Bundesregierung vor wenigen Tagen erste Maßnahmen beim Bürgergeld, bei der Rente und beim Verkehr beschlossen hat, scheint die Wirtschaft der Umfrage zufolge nur bedingt an die Wirkung der Reformen zu glauben.“
Gregor Greinert, Beiratsvorsitzender des Kunststoffherstellers Röchling, sagte dem Blatt im Interview: „Wir müssen in Deutschland aufpassen, dass wir ein Industrieland bleiben.“ Röchling werde 2025 nicht wachsen und sehe auch für 2026 „kein signifikantes Wachstum“.
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