Allianz-Analysten warnen vor Insolvenz-Rekord: „2026 liegen die Fallzahlen so hoch wie seit 12 Jahren nicht“
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- Der Kreditversicherer Allianz Trade sichert jährlich mehr als 1.400 Milliarden Euro ab.
- In ihrer aktuellen Insolvenzprognose attestieren die Experten der deutschen Wirtschaft weiterhin Stagnation.
- Für das Jahr 2025 wird ein Plus an Unternehmensinsolvenzen von elf Prozent erwartet. Auch im Jahr 2026 rechnen die Analysten mit keiner Erholung.
Der Kreditversicherer Allianz Trade erwartet eine weltweite Zunahme an Unternehmensinsolvenzen im kommenden Jahr – und Deutschlands Wirtschaft reitet ebenfalls auf dieser Trendwelle. Es handle sich voraussichtlich um den fünften Anstieg in Folge, teilte die Allianz-Tochter aus Paris und Hamburg mit. Die Analysten prognostizieren weltweit fünf Prozent mehr Insolvenzen als im Vorjahr. In Deutschland wird für das Jahr 2025 ein Anstieg von elf Prozent errechnet.
„Dieser Anstieg ist fast doppelt so hoch wie der weltweite Durchschnitt“, sagt c, Österreich und der Schweiz.

In der relativen Entwicklung zählt Deutschland im Jahr 2025 zu den Insolvenz-Champions, analysiert Allianz Trade.
Insolvenzen im Jahr 2026 auf Höchststand
Im kommenden Jahr wird das Insolvenzgeschehen in Deutschland demnach auf einem hohen Niveau bleiben: „2026 liegen die Fallzahlen so hoch wie seit 12 Jahren nicht und fast ein Viertel (23 Prozent) über dem Durchschnitt von vor der Pandemie. Auch 2027 ist es knapp ein Fünftel (18 Prozent) mehr“, erklärt Bogaerts. Allianz Trade prognostiziert 24.500 Fälle, was einem weiteren Anstieg um ein Prozent entspricht.

Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Die Folgen der Handelskonflikte könnten bald die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen auf die Probe stellen, sagte Allianz-Trade-Chefin, Aylin Somersan Coqui. Das Risiko von Dominoeffekten nehme zu. Die Wirkung von Konjunkturmaßnahmen erwarten die Experten frühestens im Jahr 2027.

Seit 2022 steigt das Risiko deutscher Zahlungsausfälle deutlich an, liegt aktuell über dem Risiko von französischen Unternehmen.
Grüne Transformation als „strukturelles Problem“
Die Finanzanalysten haben ihre Prognosen in dem 32-seitigen Bericht „Global Insolvency Outlook 2026-27“ ausführlich erklärt. Darin heißt es etwa zum Insolvenz-Anstieg in Deutschland: „Die Kombination aus einem schwachen Ausstieg aus der Stagnation, strukturellen Problemen (Wettbewerbsfähigkeit, grüne Transformation) und Exportherausforderungen (US-Zölle, schwächere Nachfrage aus China) dürfte 2026 mit 24.500 Fällen (+1 Prozent im Jahresvergleich) ein hohes Insolvenzniveau halten. Dies entspricht einem 12-Jahres-Hoch und liegt deutlich über dem Niveau vor der Pandemie und dem Ukraine-Krieg (23 Prozent über dem Durchschnitt von 2016 bis 2019). Wir erwarten jedoch, dass die fiskalischen Anreize allmählich für etwas Entlastung sorgen und einen moderaten Rückgang der Insolvenzen im Jahr 2027 (-4 Prozent auf 23.500 Fälle) unterstützen werden.“
Zusätzlich sorgen die hohen Zinsen für mehr Risiko in der Wirtschaft: „Die teilweise anhaltend hohen Zinsen und gleichzeitig restriktiven Kreditangebote belasten vor allem schuldenfinanzierte und kapitalintensive sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU).“
Zölle haben keinen Effekt auf US-Unternehmensinsolvenzen
Seit Anfang 2025 haben die umfassenden Einfuhrzölle der Trump-Regierung – ein effektiver Zollsatz von 11,2 Prozent bis August, der bis Jahresende auf 14 Prozent steigen könnte – für Schütteln in der globalen Wirtschaft gesorgt. Ein Effekt auf US-Unternehmensinsolvenzen konnten die Analysten jedoch nicht feststellten. „Handelsumleitungen und (Energie-)Deflation haben verhindert, dass Zölle die von vielen befürchtete Welle von Unternehmensinsolvenzen auslösten.“ Zusätzlich hätten die Zölle auch US-amerikanische Unternehmen vor ausländischer Konkurrenz geschützt. „Wir schätzen, dass die Zölle im ersten Halbjahr 2025 zu einem Rückgang der Insolvenzen um 4 Prozentpunkte beigetragen haben.“
Insgesamt erwarten die Experten, dass die weltweiten Unternehmensinsolvenzen 2025 um +6 Prozent und 2026 um +5 Prozent steigen werden, bevor 2027 ein leichter Rückgang um -1 Prozent zu verzeichnen ist.
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