Angekündigter „Job-Turbo“ für Flüchtlinge wird zur Job-Bremse
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Vor einem Vierteljahr rief die Bundesregierung den „Job-Turbo“ für ukrainische Kriegsflüchtlinge und Asyl-Bewerber aus, um die große Zahl an Bürgergeld- und Sozialhilfe-Beziehern in Lohn und Brot zu bringen – doch nach drei Monaten fällt die erste Bilanz schlecht aus. Die Bundesagentur für Arbeit sieht keine positiven Effekte, eher im Gegenteil. Die schlechte Konjunkturlage mache Probleme.
Im Januar 2024 lag die Quote ukrainischer Frauen, die es aus der Arbeitslosigkeit in eine Beschäftigung geschafft haben, bei 1,2 Prozent und damit noch niedriger als im Vorjahr (1,7 Prozent). Das berichtet die Rheinische Post und beruft sich auf Angaben der Arbeitsagentur. Auch bei den ukrainischen Männern ist die Integrations-Quote in den Arbeitsmarkt von 3,4 im Januar 2023 auf 2,4 Prozent im Januar 2024 zurückgegangen.

Hubertus Heil (SPD, rechts), Bundesminister für Arbeit und Soziales, und Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, informieren im Oktober 2023 zusammen mit Daniel Terzenbach (l), Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit, in der Bundespressekonferenz über geplante Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration.
Der Sonderbeauftragte der Arbeitsagentur für den sogenannten „Job-Turbo“, Daniel Terzenbach, sieht die schlechtere Konjunktur im Land als Hauptgrund, der die Neueinstellungen aktuell erschwere: „Die Arbeitslosenzahl insgesamt hat sich im Januar gegenüber dem Vorjahr um fast 200.000 erhöht. Da ist es schon positiv zu sehen, wenn die Arbeitslosigkeit bei der schwächsten Gruppe am Arbeitsmarkt – und das sind unter anderem Geflüchtete ohne fließende Deutschkenntnisse – nicht merklich steigt“, so Terzenbach zu der Zeitung.
Insgesamt lebten im Januar 835.000 Menschen aus der Ukraine im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 65 Jahren in Deutschland, 64 Prozent davon Frauen, wie die Zeitung aus dem Lagebericht der Arbeitsagentur zitiert. Entscheidend und Auslöser für den „Job-Turbo“: Die Beschäftigungsquote der Ukrainerinnen und Ukrainer lag in Deutschland bei nur 19 Prozent und damit deutlich niedriger als im Rest Europas.
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