Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger: „Deutschland geht die Luft aus“
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Misstrauen, zu viel Regulierung, zu wenig Aufschwung, zu wenig Mut – Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordert in einem Gastbeitrag im Handelsblatt mehr Leistung und mehr Risikobereitschaft. NIUS dokumentiert wichtige Aussagen.
Über die deutsche Volkswirtschaft
„Wir haben uns mit starren Strukturen zugemauert, sind viel zu kompliziert geworden und nehmen den Betrieben immer mehr unternehmerischen Spielraum. Die deutsche Wirtschaft wächst seit Jahren nicht mehr. Der härter werdende internationale Wettbewerb gleicht einem steilen Berganstieg. Die Politik hat den Unternehmen in den letzten Jahren zusätzlich zu diesem Anstieg immer wieder kleinere und größere Steine in den Rucksack gelegt. Jetzt geht uns die Luft aus.“
Die unterschätzte Kraft der Unternehmer
„Unternehmerinnen und Unternehmer nehmen Risiko auf sich und übernehmen Verantwortung für den Betrieb und die Belegschaft. Sie müssen täglich harte Entscheidungen treffen. Sie reagieren direkt auf Digitalisierung, Klimavorgaben, Energiepreise, Fachkräftemangel, geopolitische Spannungen. Jede Fehlentscheidung trägt unmittelbare Konsequenzen. Viele haften mit ihrem eigenen Vermögen. Dafür verdienen sie Anerkennung und Dank. Nicht Misstrauen.“
Politik muss Unternehmergeist positiv herausstellen
„Um wieder auf Wachstumskurs zu kommen, braucht Deutschland mehr von dieser Leistungs- und Risikobereitschaft, mehr von diesem Mut und dieser Verantwortung. Die Politik müsste all ihre Kraft darauf verwenden, die Rahmenbedingungen so zu verändern, dass mehr unternehmerische Tätigkeit entsteht. Sie müsste Unternehmergeist und unternehmerische Leistungen positiv herausstellen, fördern, anerkennen und wertschätzen.“
Über das Ansehen der Unternehmer in Deutschland
„Der überwiegende Teil der Unternehmerinnen und Unternehmer handelt nach dem Grundsatz des ehrbaren Kaufmanns. Die Politik orientiert sich aber an einzelnen schwarzen Schafen, schert alle Unternehmer über einen Kamm und reguliert, von Misstrauen getrieben, bis ins kleinste Detail. Es wird nicht darüber gesprochen, was Unternehmerinnen und Unternehmer für unser Land leisten. Nein, es wird darüber gesprochen, dass sie angeblich nur Gewinne im Sinn hätten und nicht an ihre Beschäftigten denken würden. Unternehmer hören politische Debatten über Vermögenssteuer, über höhere Erbschaftssteuern, über neue Verpflichtungen und künftige Belastungen. Sie sehen eine Finanz- und Rentenpolitik, deren Ausweg mittelfristig nur eine noch höhere Steuerbelastung ist.
Frei nach Winston Churchill: Manche halten den Unternehmer für einen räudigen Wolf, den man totschlagen müsse, andere meinen, er sei eine Kuh, die man ununterbrochen melken könne; nur wenige sehen in ihm ein Pferd, das den Karren zieht. Wer solche Debatten führt, darf sich nicht wundern, wenn Investitionen ausbleiben, kluge Köpfe unser Land verlassen und Investitionen deutscher Unternehmen ins Ausland fließen. Erfolgreiche Volkswirtschaften machen genau das Gegenteil: Sie unterstützen jene, die investieren, ausbilden, innovieren, ins eigene Risiko gehen und Verantwortung übernehmen.“
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