Arbeitslose Asylbewerber haben keine Qualifikationen, die in Deutschland gebraucht werden
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Eine exklusive Auswertung der Bundesagentur für Arbeit, die NIUS angefragt hat, zeigt: Asylbewerber im Bürgergeld verfügen nur über geringe Qualifikationen. Für einen Großteil der Aushilfsjobs, in denen sie tätig sein könnten, gibt es kaum offene Stellen.
Derzeit beziehen rund drei Millionen Personen in Deutschland Bürgergeld, die als arbeitssuchend gelten. Knapp 1,5 Millionen von ihnen haben die deutsche Staatsbürgerschaft, 1,4 Millionen besitzen keinen deutschen Pass. Rund 450.000 der ausländischen Arbeitssuchenden stammen aus den Top-8-Asylländern. Den drei Millionen Bürgergeld-Empfängern stehen im Juli 2024 rund 703.000 offene Stellen gegenüber, die der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden.
Neun von zehn Bürgergeld-Bezieher aus den Asylländern haben keine abgeschlossene Berufsausbildung, dennoch ordnet sie die Bundesagentur in ihrer Statistik bestimmten Berufsgruppen zu. Die Top-5 der angegebenen Berufsgruppen unter den Asyl-Einwanderern machen über die Hälfte der rund 450.000 Arbeitssuchenden in dieser Gruppe aus:
- Reinigungskraft (14,9 Prozent)
- Lagerist (13,1 Prozent)
- Speisenzubereitung (9,7 Prozent)
- Keine Angabe (9,4 Prozent)
- Verkauf (6 Prozent)
Das Problem: Für diese Berufe gibt es entweder kaum eine Nachfrage oder aber, es gibt so viel Nachfrage, dass die Asyl-Einwanderer zwangsläufig mit deutschen Bürgergeld-Empfängern um die Aushilfsjobs konkurrieren. Fachkräfte sind jedenfalls kaum nach Deutschland gekommen.
Fangen wir bei der Berufsgruppe der „Verkäufer“ an, die von Asylbewerbern am fünfthäufigsten angegeben wurde. Dies ist gleichzeitig genau jener Job, der in Deutschland am meisten offene Stellen aufweist. In fast jeder Innenstadt gibt es Geschäfte, in deren Fensterscheiben die entsprechenden Ausschreibungen zu sehen sind.
Auf 58.000 offene Verkaufsstellen kommen in Deutschland 275.515 arbeitssuchende Verkäufer. Darunter befinden sich 165.510 deutsche Staatsbürger und 110.004 ausländische Staatsbürger. Das heißt: Die Zahl der möglichen Arbeitskräfte übersteigt die Zahl der angebotenen Stellen auch ohne die Migranten, die in den vergangenen Jahren nach Deutschland kamen, um ein Vielfaches.

Bei der „Speisenzubereitung“, auf Platz 3 unter den Berufsgruppen der Asyl-Zuwanderer, sieht es ähnlich aus. Auf 14.000 offene Stellen im Bereich Speisenzubereitung kommen 163.668 Arbeitssuchende aus dieser Berufsgruppe. Deutsche Bürgergeld-Empfänger gibt es in diesem Bereich 54.566. Das ist fast die Anzahl derjenigen aus den Top-8-Asylländern. Interessant ist hierbei: Die Zahl der offenen Stellen sank über das vergangene Jahr nur leicht von 17.000 auf 14.000. Offenbar haben sowohl deutsche als auch ausländische Arbeitssuchende, die im Bereich „Speisenzubereitung“ bei der Bundesagentur für Arbeit registriert sind, wenig Lust auf eine feste Anstellung.

Im Bereich „Lagerwirtschaft, Post und Zustellung“, auf Platz 2 unter den Asylbewebern, setzt sich das Überangebot fort. Auf 48.000 offene Stellen kommen hier 287.868 Arbeitssuchende in dieser Berufsgruppe. Auch hier hat sich die Zahl der offenen Stellen seit Juli 2023 kaum verändert. Sie liegt immer bei um die 50.000. Obwohl also ein Überangebot an Arbeitskräften verfügbar wäre, wechseln die Bürgergeld-Empfänger nicht zurück in den Arbeitsmarkt. Wollen sie nicht arbeiten? Lohnt sich es nicht für sie, arbeiten zu gehen? Die individuellen Gründe sind aus den Statistiken nicht herauszulesen.

Am häufigsten geben Bürgergeld-Empfänger, die als Asylbewerber nach Deutschland kamen, bei der Bundesagentur für Arbeit an, als Reinigungskraft arbeiten zu können. Doch hier gibt es gleichzeitig nur extrem wenige Arbeitsplätze. Auf 19.000 offene Stellen im Bereich „Reinigung“ kommen 340.633 arbeitssuchende Reinigungskräfte. Allein aus den Top-8-Asylländern kommen 66.895 Personen auf die ohnehin schon große Zahl an deutschen Bürgergeld-Empfängern.

Auf Platz 2 der meist gesuchtesten Jobs ist der Bereich „Verkehr und Logistik (außer Fahrzeugführung)“. Ganze 57.000 Stellen sind laut der Bundesagentur für Arbeit offen. Doch hier gibt es kaum Fachkräfte. Den 57.000 Arbeitsplätzen stehen lediglich 6.872 Arbeitssuchende in den Bereichen „Kaufleute – Verkehr und Logistik“, „Überwachung und Steuerung Verkehrsbetrieb“, „Überwachung und Wartung der Verkehrsinfrastruktur“ sowie „Technischer Betrieb Eisenbahn-, Luft-, Schiffsverkehr“ gegenüber.

Etwas knapper ist es im Bereich „Metallerzeugung, -bearbeitung und Metallbau“, wo ebenfalls händeringend nach Fachkräften Ausschau gehalten wird. Auf 41.000 offene Stellen kommen 57.539 Arbeitssuchende in diesen drei Bereichen.

Ebenfalls häufig gesucht: Auto- bzw. Lkw-Fahrer. Doch hier ist das Angebot an Bürgergeld-Empfängern, die in diesen Berufen eingeschrieben sind, bereits hoch. Die ankommenden Asylbewerber konkurrieren mit deutschen Staatsangehörigen.

Viele Konzerne und Unternehmen suchen händeringend nach fähigen Personen für die Unternehmensführung und -strategie. Doch auf 35.000 offene Stellen, die der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden, kommen nur 11.092 Arbeitssuchende in den Bereichen „Unternehmensorganisation und -strategie“ sowie „Geschäftsführung und Vorstand“.

Somit wird klar: Die von der Bundesregierung versprochenen Fachkräfte kommen nicht nach Deutschland. Stattdessen wandern Menschen ein, die nur über geringe Qualifikationen verfügen und bei den Aushilfsjobs, in denen sie arbeiten könnten, mit einheimischen Bürgergeld-Empfängern um nur wenige Arbeitsplätze konkurrieren.
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