Auto-Experte sicher: „Tesla und die Chinesen werden die Europäer aus dem Markt dumpen.“
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Mit drastischen Rabatten entfachen chinesische Autohersteller einen erbitterten Preiskampf in Europa. Marken wie Great Wall Motor (GWM), BYD, und MG unterbieten mit ihren Elektrofahrzeugen die Preise der europäischen Konkurrenz erheblich. „Wir befinden uns im Anfangsstadium eines Preiskriegs“, warnt Michael Ziegler, Präsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg im Handelsblatt, eine Entwicklung, die auch etablierte Hersteller wie Volkswagen und Tesla zu hohen Preisnachlässen zwingt.
Problem: In Deutschland produzierte E-Autos haben höhere Kosten – etwa durch Strom und Personal. Die Konkurrenz aus Fernost genießt so höhere Margen und kann Druck auf etwa Stellantis und Volkswagen ausüben, die mit schwindenden Margen kämpfen.
Rabattschlacht in Deutschland ausgebrochen
Die aggressive Preispolitik der chinesischen Anbieter und die Reaktionen der westlichen Hersteller führen zu einer bisher unvorstellbaren Rabattschlacht auf dem deutschen Markt. Modelle wie der VW ID.4 und ID.5 oder der Tesla Model Y werden mit Tausenden von Euros Nachlass angeboten, um im Wettbewerb bestehen zu können. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. „Der E-Auto-Markt gleicht einem Hexenkessel“, fasst ein Bericht des Duisburger CAR-Instituts zusammen, der dem Handelsblatt vorliegt.
Die Oberklasse-Limousine Han reduzierte der Mobiltitätspartner der Fußball-EM, BYD, kurzerhand um bis zu 19.000 Euro – ein unvorstellbarer Rabatt.

Die Oberklasse-Limousine Han des chinesischen Herstellers BYD
Matthias Schmidt, ein renommierter Autoanalyst, betont, dass chinesische Hersteller mit aller Macht versuchen, ihre Absatzzahlen in Europa zu steigern. „Denn für sie schließt sich ein Zeitfenster.“ Sollten die Zölle auf Autoimporte aus China steigen, könnte dies den chinesischen Herstellern den Zugang zum europäischen Markt erschweren. Doch derzeit nutzen sie die Gelegenheit, um mit attraktiven Angeboten Kunden zu gewinnen.
Die europäischen Autohersteller stehen vor einer großen Herausforderung. Die aggressive Preispolitik von Tesla und vor allem der chinesischen Konkurrenten könnte langfristig ihre Marktanteile erodieren.
Branchenbeobachter wie Ferdinand Dudenhöffer, lange Zeit Professor für Automobilwirtschaft an verschiedenen Unversitäten, sind skeptisch, ob traditionelle Hersteller wie Volkswagen in der Lage sein werden, sich gegen diese Welle zu behaupten. „Tesla und die Chinesen werden die Europäer aus dem Markt dumpen“, prognostiziert er im Handelsblatt. Der VW-Konzern hatte laut Bericht zuletzt drei bis vier Prozent Umsatzrendite. Die Konkurrenz kann mit zweistelligen Umsatzrenditen aufwarten.

Ferdinand Dudenhöffer hat für die deutsche Automobilindustrie keine guten Prognosen.
Europa müsse nun schnell und strategisch handeln, um seine Position in einem zunehmend von Wettbewerb und Innovation getriebenen Markt zu sichern. Doch eines ist klar: Der Kampf um die Vorherrschaft im Automobilsektor ist in vollem Gange, und die nächsten Jahre werden entscheidend sein.
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