Bald leere Regale? Coca Cola, Mars und Kellogg's legen sich mit Edeka an
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- Edeka befindet sich in einem Preiskampf mit Kellogg’s.
- Auch Coca Cola und Mars haben Streit mit den Supermärken.
- Ein Marken-Experte erklärt: „Die Marken haben sich ihr Grab selbst geschaufelt.“
Ist das der Anfang vom Ende für Markenprodukte im Supermarkt? In den Regalen der Edeka-Märkte werden bald wohl keine Kellogg’s-Flocken mehr zu finden sein. Wie die Lebensmittel-Zeitung berichtet, hat der Kellogg’s-Konzern die Belieferung von Edeka eingestellt. Der Grund: Beide Unternehmen liefern sich einen Preiskampf.

Kellogg’s-Produkte gibt es noch bei Kaufland, Tegut und Globus zu kaufen. Bei Edeka künftig nicht. mehr.
Kellogg’s hat die Preise für den Handel erhöht. Wie Insider berichten, soll Kellogg’s bis zu 45 Prozent höhere Einkaufspreise verlangt haben. Edeka möchte das nicht hinnehmen. Als Alternative bietet der Supermarkt Frühstücksflocken seiner Handelsmarke „Gut und Günstig“ an.
Handelsmarken immer beliebter beim Kunden
Marken-Experte Oliver Errichiello sagt: „Das Grab haben sich die Unternehmen selbst geschaufelt“. Er analysiert für NIUS, dass die Entwicklung der Handels- und Eigenmarken in den vergangenen 30 Jahren enorm zugenommen habe. „In den vergangenen Jahren hat die Markendifferenz abgenommen. Handelsmarken sind immer besser und bei Kunden populärer geworden. Und die Händler somit mächtiger“, sagt Errichiello.

Seit 1963 gibt es Kellogg’s in Deutschland.
Handelsmarken wurden in Deutschland um die Jahrtausendwende populär. Mit der Einführung des Euro verteuerten sich viele Produkte schlagartig. Deshalb griffen viele Konsumenten auf die günstigeren Handelsmarken zurück. Inzwischen liegt der Anteil der Handelsmarken in Supermärkten bei 40 Prozent. No-Name-Produkte wie „Ja!“ von Rewe und „K-Classic“ von Kaufland hätten inzwischen selbst Marken-Charakter, sagt der Experte Errichiello.
Auch Mars und Coca Cola betroffen
Wie mächtig die Edeka-Gruppe, Deutschlands größter Lebensmittelhändler, ist, verdeutlicht ein weiterer Fall. Vor wenigen Monaten hatte Edeka Mars-Produkte aus den Regalen verbannt. Auch hier gab es Streit um den Preis. Betroffen sind sämtliche Marken des Konzerns.

Mars, Snickers und Milky Way sind im Moment nicht bei Edeka zu finden. Aber auch weitere Produkte des Mars-Konzern, wie Ben’s Original, Mirácoli und Cesar-Tiernahrung.
Manuela Proske, Sprecherin von Mars Deutschland, erklärte gegenüber NIUS, dass die Nachfrage dennoch weiterhin hoch sei. Von möglichen Verlusten will das Unternehmen nichts wissen. „Die Preisgestaltung am Point of Sale liegt in der alleinigen Entscheidungsfreiheit des einzelnen Händlers“, sagt Proske.
Im vergangenen Jahr hatte Mars die Belieferung von Rewe-Märken ausgesetzt, nachdem der Supermarkt auf die Preisforderungen nicht eingegangen war. Im Dezember beendeten beide den Streit.

Der Anteil der Handelsmarkenprodukte im Supermarkt liegt aktuell bei 40 Prozent.
Auch Coca-Cola hatte Streit mit Edeka, der sogar vor Gericht endete. Es begann mit einer Preiserhöhung des Getränke-Giganten im vergangenen Jahr. Edeka weigerte sich, die Preiserhöhung zu akzeptieren und forderte eine Weiterbelieferung zu den ursprünglichen Konditionen. Daraufhin stellte Coca-Cola die Lieferungen ein.
Der Fall landete vor dem Landgericht Hamburg, dann vor dem Oberlandesgericht. Letzten Endes konnte er beigelegt werden. Andrea Weckwert von Coca-Cola Deutschland betont: „Wir arbeiten seit vielen Jahrzehnten partnerschaftlich mit Edeka zusammen und möchten dies gern fortführen.“

Zum 1. September hat Coca-Cola die Bruttolistenpreise für den Einzelhandel erhöht.
Streit mit Händlern birgt eine Gefahr für die Marke
„Coca-Cola bekomme ich sogar im Dschungel“, sagt Marken-Experte Errichiello. Aus diesem Grund entscheiden sich Konsumenten für ein Markenprodukt. Man weiß, was man bekommt und dass man es immer bekommt. Wenn die Verfügbarkeit des Markenproduktes nicht mehr gewährleistet ist, könnte das für Marken gefährlich werden.
„Dann kann das Leistungsversprechen an den Kunden nicht mehr eingelöst werden“, sagt Errichiello. Auf Dauer könne das das Image einer Marke beschädigen.
Kellogg’s gibt es übrigens noch bei Kaufland, Tegut und Globus zu kaufen. Seit Jahresbeginn sind die Preise dort um 20 Prozent gestiegen.
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