BASF-Chef Brudermüller: „Der Standort Deutschland fällt international zurück, es sieht wirtschaftlich nicht gut aus. Und das ist kein vorübergehendes Phänomen.“
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BASF SE in Ludwigshafen am Rhein ist ein börsennotierter Chemiekonzern am Rhein. Er ist in 93 Ländern vertreten und betreibt 234 Produktionsstandorte. 111991 Mitarbeiter erwirtschafteten 2023 einen Umsatz von 68,9 Milliarden Euro. Gemessen am Umsatz ist BASF damit der größte Chemiekonzern der Welt.
Seit 18 Jahren ist Martin Brudermüller im Vorstand von BASF, seit sechs Jahren Vorstandsvorsitzender. Am Donnerstag dieser Woche scheidet er aus dem Amt aus. In einem Interview mit dem Handelsblatt kritisiert der scheidende BASF-Chef die Bundesregierung deutlich.
Brudermüller hat einiges zu sagen ...
... über Preise für Strom und Gas
„Dass die Preise gefallen sind, liegt doch ganz wesentlich daran, dass die Produktion auf Sparflamme läuft. Entscheidend ist auch nicht die absolute Höhe, sondern was Gas hier im Vergleich zu Standorten wie dem Mittleren Osten oder den USA kostet. Die Preise liegen in Deutschland auch jetzt drei- bis viermal höher.“

Die Badische Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen.
... über den Standort Deutschland
„Was vielen nicht klar ist: Unternehmen treffen heute Entscheidungen etwa für Investitionen, die auf Dekaden angelegt sind. Wenn die woanders hingehen, dann kann man die nicht einfach übernächstes Jahr mit Standortverbesserungen wieder ins Land zurückholen. Der Standort Deutschland fällt international zurück, es sieht wirtschaftlich nicht gut aus. Und das ist kein vorübergehendes Phänomen. Wir verlieren immer mehr bei Wettbewerbsfähigkeit, Bildung und anderen Faktoren. Die Bundesregierung zeigt darauf nicht viel Reaktion. Dabei brauchen wir dringen eine neue, aktive Industriepolitik. Aber die Wirtschaft dringt mit ihren Sorgen und Rufen in der Bundesregierung nicht mehr durch. Das ist frustrierend.“
... über die Ampelkoalition
„Wir sehen ja, wie schwer sich die Ampelkoalition mit dem Zusammenhalt tut. Die Ampel hat so lange gut funktioniert, wie jede Partei problemlos ihre Themen setzen konnte und das Geld dafür bekam. Das ist wegen der Haushaltseinschränkungen vorbei.“

Wegen der Haushaltseinschränkungen kriselt es auch bei der Ampel.
... über China
„Bereits 2023 – auch für uns unerwartet – hat China mehr als die Hälfte der weltweiten Chemieproduktion auf sich vereint. Wir hatten lange damit gerechnet, dass dies erst 2030 so weit sein wird. Deutschland dagegen steht nur noch für drei Prozent der Produktion.“
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