BMW-Chef zum Verbrenner-Aus: „Sie dürfen das nicht machen, es ist brandgefährlich“
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Die Internationale Automobil-Austellung (IAA) in München ist gestartet – und rückt die Krise der deutschen Auto-Industrie schmerzhaft ins Bewusstsein. Chinesen, die Deutschland als das Land der Autohersteller längst abgedrängt haben, setzen die Branche unter Druck. Gleichzeitig dräut das von der EU beschlossene Verbrenner-Aus am Horizont, während ein Großteil der Kunden partout keine E-Autos haben will.
Dass in zwölf Jahren in Europa keine Pkw und Kleintransporter mehr neu zugelassen werden dürfen, die mit Benzin betrieben werden, ist reiner Wahnsinn, warnt BMW-Chef Oliver Zipse in Bild.
BMW-Boss warnt: Es darf keinen Endpunkt für Verbrenner-Motoren geben
Der Vorstandsvorsitzende des Konzerns beschreibt, was seiner Meinung nach passiert, wenn zum 1. Januar 2035 flächendeckende E-Mobilität eingeführt wird. Zipse ist sicher: Bis zum Stichtag werden immer MEHR und nicht, wie politisch gewünscht, weniger CO2 ausstoßende Verbrenner-Modelle verkauft!

Oliver Zipse bei einem Gipfeltreffen der Auto-Industrie im Bundestag im Januar diesen Jahres.
Zipse zu Bild: „Das wird passieren. Und es wäre das Gegenteil von dem, was wir alle wollen. Als Klima-Aktivist müsste man sagen: Das geht ziemlich in die Hose.“ Und weiter: „Wollen wir bis 2034 wirklich einen Boom von Verbrennern haben?“
Mit Blick auf das Verbrenner-Verbot warnt Zipse mit deutlichen Worten: „Sie dürfen keinen Exit machen, wenn die Lösung nicht klar ist. Sie dürfen das nicht machen, es ist brandgefährlich.“ Seine Forderung an die Politik: „Macht doch eine Regulierung, die jedes Jahr CO2 aus dem Markt nimmt, ohne einen Endpunkt zu setzen.“
Zipses Prognose: 60 Millionen Bestandsfahrzeuge fahren ab 2035 weiter mit Benzin
Der Mega-Gau für das Klima sei, wenn E-Fuels nicht gefördert würden, „weil der riesige Bestand von Autos einfach weiterfährt.“ Mehr als 60 Millionen Fahrzeuge würden in Deutschland dann einfach Benzin verbrauchen, ganz „ohne Klimabeitrag“. Das werde völlig übersehen, „weil sich alle auf die Neuwagen-Regulierung stürzen“.
Auch die Chefin des Autoindustrie-Verbandes VDA, Hildegard Müller, sprach zum Auftakt der IAA Warnungen aus. Sie sei besorgt, dass Deutschland als Branchenstandort auf der Strecke bleiben könnte.
Auto-Industrie beklagt Überregulierung
Die deutschen Hersteller würden den Wettlauf um die Zukunft nicht verlieren, „der deutsche Standort ohne massive Reformen schon“, sagte Müller der Deutschen Presse-Agentur. Müller beklagte vor Beginn der IAA unter anderem Überregulierung, zu langsame politische Entscheidungen und fehlende Rechtsrahmen bei Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz.

Mercedes-Benz-Pavillon auf der IAA in München am heutigen Eröffnungstag.
Das Hauptproblem sei, „dass der Standort in Deutschland seine internationale Wettbewerbsfähigkeit aufgrund der Kostenstruktur dramatisch verliert“, so die VDA-Chefin. Man habe die höchsten Energiekosten, deshalb halte die Autobranche einen zeitlich befristeten Industriestrompreis für nötig.
Nur auf diese Weise könne verhindert werden, dass wichtige Industrien wie Batterie- oder Halbleitertechnik abwandern oder sich gar nicht erst ansiedeln. Von mittelständischen Zulieferern heißt es: „Das Thema Energiepreise wird gerade toxisch für uns.“ Investitionen würden nicht mehr hierzulande erhöht, „sondern sie gehen ins europäische Ausland oder in die USA“.
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