Comeback der „fliegenden Zigarren“: Gleiten bald wieder Zeppeline durch die Luft?
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Es tut sich was an unserem Himmel. Es fliegt nicht schnell, es gleitet. Es ist die neue Generation eines uralten Fluggerätes – der Zeppeline. Rund 25 Jahre nach der Pleite des deutschen Herstellers Cargolifter gibt es neue aussichtsreiche Pläne für moderne Luftschiffe.
Da ist zum Beispiel der „Pathfinder 1“, über den das Handelsblatt berichtet. Er ist 124 Meter lang, hat 20 Meter Durchmesser. Er steht in einem riesigen Hangar im kalifornischen Silicon Valley. Er soll bis zu 14 Personen und fünf Tonnen Fracht befördern können. Spitzengeschwindigkeit: 120 Stundenkilometer.
Der neue Zeppelin kann bis zu 96 Tonnen Fracht bewegen
„Pathfinder 1“ ist nur der Prototyp für noch größere Zeppeline. „Pathfinder 3“ soll 180 Meter messen und eine Zuladung von bis 96 Tonnen bewältigen. Hinter dem Vorhaben steht Google-Mitgründer Sergey Brin. 2015 gründete er die Firma LTA. Das steht für Lighter Than Air – leichter als Luft, das ist das technische Prinzip der Luftschiffe.

Zeppeline sind langsam, aber leistungsfähig
Ein Vierteljahrhundert nach der Pleite von Cargolifter arbeiten Luftfahrt-Enthusiasten wieder an einer alten Idee: den Einsatz von Zeppelinen für den Transport schwerer Lasten. Im britischen Doncaster entsteht eine Fabrik für das Luftschiff „Airlander 10“. Es misst 92 Meter und kann bis zu 10 Tonnen Fracht befördern.
Kann das Comeback der fliegenden Zigarren dieses Mal gelingen?
Das Konzept des Luftschiffs ist Jahrhunderte alt. Einer der bekanntesten Luftschiff-Pioniere war Ferdinand Graf von Zeppelin. Er entwarf die berühmte Hindenburg, das mit 245 Metern bislang größte Luftschiff. Es ging am 6. Mai 1937 bei der Landung in Lakehurst (US-Staat New Jersey) in Flammen auf. Die Katastrophe bedeutete das Ende der kommerziellen Luftfahrt.
Die neuen Luftschiff-Pioniere nutzen modernste Technologien. Das zeigen die technischen Details von „Pathfinder 1“. Die Nase des Zeppelins ist aus den Materialien Titan, Aluminium, Kevlar und Carbonfasern. Sie kann Wind mit einer Stärke von bis zu 130 Stundenkilometern standhalten. Sie wird in Friedrichshafen am Bodensee gefertigt. Zwölf schwenkbare Elektromotoren sorgen für Vortrieb und eine stabile Lage. Die Steuerung basiert auf der aus modernen Verkehrsflugzeugen bekannten Fly-by-wire-Technik, erfolgt also per Joystick, unterstützt von diversen Sensoren.

In Friedrichshafen werden bis heute noch Luftschiffe produziert
Treibstoffverbrauch ist bis zu 90 Prozent günstiger als bei Jets
Die modernen Versionen der fliegenden Zigarren haben große Vorteile. Der Treibstoffverbrauch pro Kilometer ist im Vergleich mit traditionellen Flugzeugen bis zu 90 Prozent niedriger. Ein weiterer Vorteil ist, dass Luftschiffe ohne großen Aufwand starten und landen können. „Anders als Flugzeuge brauchen Luftschiffe keine Startbahn“, sagt Cleantech-Analyst James Lazenby. Sie könnten von Feldern oder vorübergehend errichteten Unterlagen starten und dort auch landen.
Mit diesen Eigenschaften sind Luftschiffe prädestiniert für den Transport von Fracht. „Sie sind im Grunde die Lkw des Himmels“, sagt Lazenby. Sie könnten schwere Lasten mit einer moderaten Geschwindigkeit bewegen und das ohne die Kosten und die Schadstoffemissionen der konventionellen Luftfahrt.
Fazit: Moderne Luftschiffe könnten bald eine Alternative zum teuren Fliegen mit Düsenjets werden – zumindest beim Frachtflug. Die ersten Prototypen sollen 2028 einsatzbereit sein.
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