Das große Flugzeug-Fressen: Diese Airlines teilen Europa unter sich auf
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- Drei Konzerne teilen sich gerade die Fluggesellschaften in Europa auf.
- Dabei haben die Unternehmen nicht nur die Airlines selbst im Auge, sondern vor allem die Start- und Landerechte.
- Die Passagiere werden auf Dauer das Nachsehen haben.
Am europäischen Himmel spielt sich aktuell ein Wirtschaftskrimi ab. Denn drei große Luftfahrt-Konzerne teilen Europas Fluggesellschaften zunehmend unter sich auf. Die Akteure heißen: Lufthansa, Airfrance-KLM und International Airlines Group (IAG).
Für Passagiere könnten diese Monopolstellungen zum Problem werden.

Air France-KLM hat Anfang Oktober einen Mega-Deal mit Scandinavian Airlines fix gemacht.
Lufthansa
Die größte europäische Fluggesellschaft Lufthansa ist im Kaufrausch. Mitte Mai schluckte der Kranich die angeschlagene italienische Staats-Airline ITA Airways. Inzwischen gehören die Staats-Airlines von Italien, Belgien, der Schweiz, Österreich und Deutschland zu dem Konzern.

Flughafen Wien: Drehkreuz der Austrian Air.

Der Flughafen von Zürich ist das Drehkreuz von Swiss Airlines.
Auch kleinere Fluggesellschaften die Regionalfluggesellschaft Air Dolomiti – inzwischen ein fester Bestandteil im Flugplan – und die Billig-Airline Eurowings gehören zu Lufthansa.
Und nun könnte die nächste große Übernahme bevorstehen: Ende September verkündete die portugiesische Regierung, die staatliche Fluglinie TAP zu privatisieren.

Der Flughafen von Lissabon. Lufthansa ist auch auf dieses wichtige europäische Drehkreuz scharf.
Den Zuschlag bei TAP soll laut portugiesischer Regierung nicht das Unternehmen erhalten, das am meisten Geld bietet, sondern das dem Land und der Volkswirtschaft am besten dient.
Das spricht eindeutig für Lufthansa. Denn der Konzern ist dafür bekannt, den Airlines ihre Souveränität zu lassen, so ist es zum Beispiel bei den Fluggesellschaften Swiss, Austrian und Brussels zu beobachten. An den jeweiligen Drehkreuzen konnte die Fluggesellschaft ihre Dominanz sichern. Lissabon ist da ziemlich attraktiv, denn der Flughafen funktioniert als Drehkreuz in Richtung Südamerika.
Air France-KLM
Die beiden Staats-Airlines Air France (Frankreich) und KLM (Niederlande) haben 2005 fusioniert. Anfang Oktober wurde klar: Der Konzern steigt bei der angeschlagenen Scandinavian Airline (SAS) ein.

Der Flughafen von Stockholm. Scandinavian Airlines hat hier eines der drei Drehkreuze. Zwei weitere Drehkreuze sind in Kopenhagen und Oslo.
CEO Ben Smith erklärte im Interview mit CNN, dass SAS in das Joint Venture mit Delta Air Lines und Virgin Atlantic integriert werden soll. Welchen Grad der Kontrolle Air France-KLM bei SAS anstrebt, ist aktuell noch unklar. Fest steht: SAS ist angeschlagen, in einer schlechten finanziellen Situation.
International Airlines Group (IAG)
Ende Februar wurde bekannt, dass der britische IAG-Konzern die spanische Air Europa komplett übernimmt – 400 Millionen Euro Kaufpreis.

Mehrere Flugzeuge der British Airways stehen am Flughafen London Heathrow, dem Drehkreuz der Airline.
Somit wächst das Portfolio des Konzerns auf sechs Airlines. Bereits jetzt gehören British Airways (UK), Iberia (Spanien), Aer Lingus (Irland) sowie die Billig-Airlines Vueling und Level zu IAG.

Der Flughafen von Madrid in Spanien. Iberia, Spaniens größte Airline, hat hier ihr Drehkreuz.
Konzerne sind scharf auf die Drehkreuze
Die Zusammenschlüsse finden aus mehreren Gründen statt. Bei einem Kauf werden nicht nur Flugzeuge, Mitarbeiter und Equipment verkauft – viel wichtiger sind die Start- und Landerechte. Kauft ein Konzern eine Staats-Airline, so sichert er sich an den Drehkreuzen die Dominanz.

Europa wird von drei Luftfahrt-Konzernen aufgeteilt. Die Big-Player sind Lufthansa, International Airlines Group (IAG) und Air France-KLM.
Bei der kürzlich geschehenen Übernahme von SAS werden die Drehkreuze Stockholm, Oslo und Kopenhagen gesichert. Eine mögliche TAP-Übernahme könnte für Lufthansa neue Märkte in Südamerika erschließen. Denn Lissabon ist das Drehkreuz in Richtung Lateinamerika.
Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty erklärt gegenüber NIUS: „Lufthansa Group und TAP würden sich sehr gut ergänzen, insbesondere durch das Streckennetz der TAP von und nach Südamerika“.
Auf der anderen Seite werden durch Zusammenschlüsse Kosten reduziert – etwa durch zusammengelegte Verwaltungen, Server und Dienstleistungen.

Am Check-In-Schalter wird deutlich, welche Airlines zusammen gehören. Der Lufthansa Konzern spart durch Zusammenlegungen viel Geld.
Kritik kommt vom Billigflieger-Chef
Letztlich reagieren die Airlines nur auf die wachsende Konkurrenz innerhalb Europas, aber auch aus dem Nahen Osten. Denn die sogenannten „Sandkasten-Airlines“ sind eine große Gefahr. Besonders Emirates und Quatar-Airways, die so gut wie kaum etwas für ihr Kerosin zahlen müssen, machen den europäischen Fluggesellschaften das Leben schwer. Sie haben die Möglichkeit, Flugpreise zu Dumping-Preisen anzubieten.
Der Konsument hat letztlich das Nachsehen. Das kritisierte Mitte des Jahres auch der umstrittene Chef der Billigfluggesellschaft Ryanair, Michael O’Leary. Er teilte in einem Interview im Manager Magazin hart gegen die Airline aus. Lufthansa warf er Machtmissbrauch vor, da die Fluggesellschaft die Flugpreise in Deutschland durch ihre vermeintliche Monopolstellung bewusst in die Höhe treiben würde.

Der irische Geschäftsmann Michael Kevin O’Leary (62) ist seit 1993 Vorsitzender der Billigfluggesellschaft Ryanair.
Die Strategie der Lufthansa, durch den Zukauf vieler Fluggesellschaften den Billig-Konkurrenten aus Irland klein zu halten, scheint aufzugehen. Allerdings auf Kosten der Passagiere. Laut statistischem Bundesamt stiegen die Preise für Auslandsflüge im ersten Halbjahr 2023 um 24,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
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