„Deindustrialisierung ist eine reale Gefahr“: Energieverbrauch der Industrie bricht weiter ein
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Deutschlands Industrie fährt wegen der hohen Energiepreise auf Sparflamme, Deutschland erlebt eine Deindustrialisierung in Zeitlupe. Das zeigen nicht nur die Meldungen über Job-Kürzungen und Abwanderungs-Gedanken großer Unternehmen, auch eine ganz einfache Kennzahl belegt die Tatsache, dass einer der Eck-Pfeiler des deutschen Wohlstands gewaltig bröckelt: der Energieverbrauch.
Die deutsche Industrie hat im vergangenen Jahr etwa 7,8 Prozent weniger Energie verbraucht als im Vorjahr, in dem der Energieverbrauch bereits um 9,1 Prozent zurückgegangen war. Das ist ein Rückgang um 16,2 Prozent – oder ein Sechstel – in nur zwei Jahren. Das zeigt eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes, die am Montag veröffentlicht worden ist.
Was lange als „rechter Kampfbegriff“ verschrien war, hat es längst in die Warnungen großer Verbands-Chefs geschafft. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm etwa, sieht Deutschlands Geschäftsmodell unter „enormem Stress“ und hält die „Gefahr einer industriellen Abwanderung“ für „real“. Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA) sagt wörtlich: „Eine schleichende Deindustrialisierung ist eine reale Gefahr.“

BDI-Chef Russwurm mit Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).
Auslöser für den einbrechenden Energieverbrauch in der Industrie ist dabei nicht etwa eine Welle effizienterer Prozesse, die in Unternehmen Einzug gehalten hat, sondern schlicht ein Rückgang der Produktion, wie die Statistiker des dafür zuständigen Bundesamtes festhalten: „Der Rückgang des Energieverbrauchs in der Industrie stand im direkten Zusammenhang mit einer sinkenden Produktion in 2023. Besonders stark betroffen waren die energieintensiven Branchen, in denen die Produktion um 11,2 Prozent zurückging“, heißt es wörtlich in der Meldung.
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