Der scheidende Präsident des Bundesrechnungshofs, Kay Scheller: Ein Großteil des Sondervermögens wird zweckentfremdet
Ein Beitrag von
Der Jurist Kay Scheller, seit Juli 2014 Präsident des Bundesrechnungshofs, geht Ende Mai in den Ruhestand. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung kritisiert er die Haushaltspolitik der Bundesregierung.
NIUS dokumentiert wichtige Aussagen.
Das 500-Milliarden-Sondervermögen wird genutzt, um Haushaltslöcher zu stopfen
„Genau davor haben wir vor einem Jahr gewarnt. Wir sehen hier einen Verschiebebahnhof. Wenn diese Einschätzungen zutreffen, hätte die Bundesregierung die Neuverschuldung unter großen Anstrengungen erhöht – ohne damit zusätzlich Investitionen anzuschieben. Ähnliche Entwicklungen gibt es auch beim 100-Milliarden-Programm für die Bundesländer. Dort wurde auf die Zusätzlichkeit ganz verzichtet, und damit besteht die Gefahr, dass Mittel teils für bestehende Programme oder mittelbar für den Konsum verwendet werden – entgegen dem ursprünglichen Ziel, neue Investitionen zu finanzieren.“
Über das Vertrauen in die Bundesregierung
„Es wäre tatsächlich eine große Enttäuschung für die Bürgerinnen und Bürger. Denn sie finanzieren auch die Zinsen mit ihrem Steuergeld. Politik darf keine Mittel umschichten, nur um Haushaltslücken zu stopfen. Die 500 Milliarden sind für zusätzliche Investitionen vorgesehen – und das muss auch so bleiben.“
Die Verschuldung steigt exponentiell
„In den ersten 70 Jahren der Bundesrepublik – von 1949 bis 2019 – stieg die Verschuldung des Bundes auf rund 1300 Milliarden Euro. Kalter Krieg, Ölkrise und Wiedervereinigung fielen in diese Zeit. Jetzt rechnen wir damit, dass sie bis 2029 etwa 2700 Milliarden Euro erreicht. Natürlich müssen wir die Inflation berücksichtigen, aber die Betrachtung zeigt: Die Verschuldung steigt exponentiell. Wenn man sich den laufenden Haushalt anschaut, fließt inzwischen fast die Hälfte des Budgets in Zinsen, Verteidigung und Renten. Hinzu kommen zahlreiche gesetzliche Verpflichtungen. Das lässt kaum noch Spielraum für Neues. Etwa 90 Prozent der Haushaltsmittel sind fest verplant, lediglich rund zehn Prozent sind flexibel einsatzbar. Diese Versteinerung des Bundeshaushalts führt dazu, dass in Krisenzeiten oft nur der Griff zu neuen Krediten bleibt, weil die doch sehr hohen Einnahmen nicht ausreichen, um die Ausgabenwünsche zu decken.“
Mehr NIUS:
Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzender Brudermüller: „Die Situation in Deutschland ist viel ernster, als die meisten denken“
Bier seit 1627: Braunschweiger Traditionsbrauerei Wolters stellt Insolvenzantrag
Deutsche sparen vor allem bei Kleidung und Restaurantbesuchen
VW zieht Stellen-Kahlschlag durch: 50.000 Jobs sollen weg
Kredit-Poker: 12.000 Galeria-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs
Wer einen limitierten Ferrari will, muss zuerst das E-Auto kaufen
Cyberangriff auf dänischen Pharmakonzern! Erpresser verlangen 25 Millionen US-Dollar
Immer teurer: Für viele stirbt der Traum vom Eigenheim
Mehr NIUS:
VW zieht Stellen-Kahlschlag durch: 50.000 Jobs sollen weg
Kredit-Poker: 12.000 Galeria-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs
Wer einen limitierten Ferrari will, muss zuerst das E-Auto kaufen
Cyberangriff auf dänischen Pharmakonzern! Erpresser verlangen 25 Millionen US-Dollar
Immer teurer: Für viele stirbt der Traum vom Eigenheim
Wird Werbung für Fleischprodukte bald verboten?
SpaceX ist fast so viel wert wie der gesamte DAX
Wirtschaftsrat-Boss warnt: Bundesregierung droht auf dem harten Eis der neuen Zeit auszurutschen
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare