Der Tui-Chef und die große Deutschland-Abrechnung: „Warum sollen Unternehmen aktuell in Deutschland investieren?!“
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Der Mann, der Reise-Träume wahr macht, rechnet mit der Heimat ab: Sebastian Ebel ist Chef von Tui, dem größten Touristik-Konzern der Welt. Tui macht 16,54 Milliarden Euro Umsatz im Jahr, hat 65.400 Mitarbeiter und seinen Sitz in Hannover. Tui – das sind die Guten, die aus freier Zeit echten Urlaub machen. Lesen Sie mal, wie Tui-Chef Ebel über Deutschland denkt. Das sagt Ebel im „Handelsblatt“ über …
… den Vertrauensverlust: „Fragen Sie mal eine alleinerziehende Verkäuferin eines Supermarktes, was sie über die Höhe des Bürgergeldes denkt. Da stimmt etwas Grundsätzliches nicht mehr. Die Menschen sind doch nicht dumm und fragen sich, ob sich Arbeit wirklich noch lohnt. Dann kommen noch die schweren handwerklichen Fehler der Regierung wie beim Heizungsgesetz dazu. Das alles sorgt für einen Vertrauensverlust, den wir leider sehen.“
… die Flüchtlingspolitik: „Fast jede Gemeinde klagt über eine Überlastung bei der Integration von Flüchtlingen. Der Kanzler hat eine härtere Durchsetzung der Regeln angekündigt. Wenn die Menschen hier jetzt keine Veränderungen spüren, wird noch mehr Vertrauen verloren gehen.“
„Das Kapital geht dorthin, wo es sinnvolle Ergebnisse erzielen kann“
… die Wirtschaftslage: „Insgesamt ist die wirtschaftliche Lage im Land deutlich schlechter, als uns die Regierung es glauben machen will. Wir brauchen einen guten Plan für die Zukunft. Eine neue Agenda, wie seinerzeit die Agenda 2010, die unser Land von Grund auf reformiert.“

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… Investitionen: „Warum sollen Unternehmen aktuell in Deutschland investieren? Ich finde in anderen Ländern Europas oder in Nordamerika attraktivere Rahmenbedingungen. Allein die bürokratischen Hindernisse, fehlende Fachkräfte, die steuerlichen Belastungen und vor allem die Überregulierung wirken nicht als Magnet für Unternehmer. Diese Entfremdung ist ein schleichender Prozess, der schon vor Jahren begonnen hat und sich nun verstärkt. Das Kapital geht dorthin, wo es sinnvolle Ergebnisse erzielen kann.“
„Wo bleibt die Verlässlichkeit, die dieses Land immer ausgemacht hat?“
… Dienstleistungen: „Es ist doch eine Zumutung, dass wir in der heutigen Zeit noch einen Termin für einen Parkbewohnerausweis beantragen müssen, auf den ich noch lange warten muss. Das frustriert. Vergleicht man Deutschland mit den baltischen und skandinavischen Ländern, sieht man, wie es bürgerfreundlich und zumeist völlig digital gehen kann.“
… die Anhebung der Ticketsteuer: „Da gibt es Entscheidungen über Nacht, und ich frage mich: Wo bleibt die Verlässlichkeit, die dieses Land immer ausgemacht hat? Die Spielregeln werden mitten im Spiel geändert. Hunderttausende Reisen für den Sommer sind längst verkauft, wurden auf einer anderen Grundlage kalkuliert. Wir haben jetzt nicht gegen die überfallartige Anhebung der Luftverkehrsabgabe vor dem Brandenburger Tor protestiert wie die Landwirte. Wir hätten aber einigen Grund dazu gehabt.“

2022 hat Tui 21 Millionen Menschen in den Urlaub gebracht.
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