„Deutschland will wieder einen eigenen, extrem komplizierten Weg“: EnBW-Chef geht auf Habeck los
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Wirtschaftsminister Robert Habeck und die Ampel wollen den deutschen Strommarkt umkrempeln, weil Wind und Sonne nicht immer Strom liefern und es große Mengen an Backup-Kraftwerken braucht.
Georg Stamatelopoulos, der Chef des drittgrößten deutschen Energiekonzerns EnBW, übt heftige Kritik an dem Plan: „Deutschland will wieder einen eigenen, extrem komplizierten Weg einschlagen. Dafür nehmen wir in Kauf, dass es teurer wird und dass es wahrscheinlich in 2028 nicht fertig sein wird.“ Gemeint ist: der sogenannte Kapazitätsmechanismus im Strommarkt.

Georg Stamatelopoulos übt Kritik an den Plänen der Ampel.
Weil Deutschland beinahe komplett auf Strom aus Wind und Sonne setzen will, beide Quellen aber nicht immer Strom liefern, müssen genügend konventionelle Kraftwerke jederzeit bereitstehen, um zur Not einspringen zu können. Im neuen Strommarktdesign sollen Betreiber nicht nur für den verkauften Strom, sondern auch für das Vorhalten des Kraftwerks bezahlt werden, für das Bereitstellen der notwendigen Kapazität.
Stamatelopoulos sprach von einer Art Feuerwehr des Systems. Er kritisierte, dass sich Deutschland nicht an Modellen in anderen Ländern orientiere. „Es gäbe Vorbilder in der EU.“ Die Europäische Union habe auch den Kapazitätsmarkt im Vereinigten Königreich genehmigt, der von der Struktur her mit dem deutschen relativ gut vergleichbar sei. Deutschland würde wieder einen komplizierten, teuren Sonderweg gehen wollen.
Stamatelopoulos war vor einem halben Jahr nach dem überraschenden Abgang von Andreas Schell an die Spitze des Karlsruher Konzerns gerückt. 2023 hatte die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) mit einem Ergebnis von 6,37 Milliarden Euro abgeschlossen, was ein Plus von gut 60 Prozent bedeutete. Für das laufende Geschäftsjahr geht das Unternehmen von einem Rückgang auf 4,6 bis 5,2 Milliarden Euro aus.
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