„Die Zahlen steigen gerade richtig“: Habeck verkündet Wärmepumpen-Boom, obwohl die Zahlen einbrechen
Ein Beitrag von
Es war eine Schlagzeile, die überraschte: „Wärmepumpen-Verkäufe um die Hälfte eingebrochen!“ Das meldete der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie Anfang Mai und machte für den Einbruch von 96.500 verkauften Wärmepumpen im ersten Quartal auf nur 46.000 Geräte unter anderem die Verunsicherung der Bürger infolge des Chaos um das Heizungsgesetz verantwortlich.
Der zuständige Minister Robert Habeck (Grüne) sagt nun: Stimmt alles nicht!
„Die mediale Berichterstattung hinkt hinter der Wirklichkeit hinterher“, so Habeck bei der Digital-Messe OMR. Und weiter: „Weil die Wärmepumpen ja so ein bisschen im schlechten Leumund steht: Die Zahlen steigen gerade richtig. Die Anmeldezahlen – wir fördern die Dinger ja – gehen richtig hoch und auch wenn man mit den Unternehmen redet, die sagen: ,Zieht jetzt richtig an‘.“
NIUS wollte von Habecks Wirtschafts- und Klimaschutzministerium wissen, wie es zur Diskrepanz zwischen den Einschätzungen der Industrie und denen des Ministers kommen konnte.

Robert Habeck bei der Grundsteinlegung einer Abwassergroßwärmepumpe von Vattenfall.
Und siehe da: In den zehn Wochen zwischen Förderbeginn am 27. Februar und Habecks Behauptung am 7. Mai wurden laut Ministerium 21.000 Anträge auf Wärmepumpen-Förderung genehmigt. Und weil die Beantragung automatisiert verläuft, gibt es auch keinen Überhang oder dergleichen, wie das Ministerium betont: „Alle Anträge bisher konnten umgehend beschieden werden: Die Antragstellerinnen und Antragsteller hatten innerhalb von Minuten die Gewissheit, dass ihre neue Heizung gefördert werden kann.“
Habeck feiert weiteren Rückgang beim Wärmepumpen-Verkauf
Wenn die Heizungsindustrie bei 46.000 eingebauten Wärmepumpen im ersten Quartal (13 Wochen) – also bei 3540 Geräten pro Woche – von einem starken „Absatzeinbruch“ sprechen, dann dürften 21.000 genehmigte Anträge in zehn Wochen – also 2100 Geräte pro Woche – eigentlich kein Grund für Jubelstürme sein.
Für Robert Habeck schon: „Ich glaube, wenn wir in einem Jahr hier reden, dann reden wir über die Wärmepumpen wie heute über die Solaranlagen.“ Ob diese Ankündigung Bestand haben wird, ist jedoch mehr als zweifelhaft.
Der Ausbau von Solar-Panels lag 2023 deutlich über dem angestrebten Ziel der Bundesregierung: 15,1 statt der angepeilten 9 Gigawatt Nennleistung (67 Prozent Übererfüllung). Übertragen auf das Wärmepumpen-Ziel der Bundesregierung, das bei jährlich 500.000 verbauten Geräten liegt, und bei 67 Prozent Ziel-Übererfüllung, müssten pro Jahr etwa 830.000 Wärmepumpen installiert werden.
Oder auch 16.000 Stück Woche – also in etwa achtmal so viele wie jene, die derzeit einen positiven Förderbescheid bekommen.
Mehr NIUS: Ergebnis grüner Energie-Politik: Deutschland ist Wertlos-Strom-Weltmeister
Mehr NIUS:
Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzender Brudermüller: „Die Situation in Deutschland ist viel ernster, als die meisten denken“
Bier seit 1627: Braunschweiger Traditionsbrauerei Wolters stellt Insolvenzantrag
Deutsche sparen vor allem bei Kleidung und Restaurantbesuchen
VW zieht Stellen-Kahlschlag durch: 50.000 Jobs sollen weg
Kredit-Poker: 12.000 Galeria-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs
Wer einen limitierten Ferrari will, muss zuerst das E-Auto kaufen
Cyberangriff auf dänischen Pharmakonzern! Erpresser verlangen 25 Millionen US-Dollar
Immer teurer: Für viele stirbt der Traum vom Eigenheim
Mehr NIUS:
VW zieht Stellen-Kahlschlag durch: 50.000 Jobs sollen weg
Kredit-Poker: 12.000 Galeria-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs
Wer einen limitierten Ferrari will, muss zuerst das E-Auto kaufen
Cyberangriff auf dänischen Pharmakonzern! Erpresser verlangen 25 Millionen US-Dollar
Immer teurer: Für viele stirbt der Traum vom Eigenheim
Wird Werbung für Fleischprodukte bald verboten?
SpaceX ist fast so viel wert wie der gesamte DAX
Wirtschaftsrat-Boss warnt: Bundesregierung droht auf dem harten Eis der neuen Zeit auszurutschen
Julius Böhm
Artikel teilen
Kommentare