Dramatische Warnung des TUI-Chefs: „Ich habe den Eindruck, wir sind auf der Titanic“
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„Es wird einem verdammt schwer gemacht“ und es gäbe „ein schwer erträgliches Ausmaß“ an Bürokratie: TUI-Vorstandschef Sebastian Ebel schießt mit scharfen Worten gegen die deutsche Wirtschaftspolitik.
„Ich habe den Eindruck, wir sind auf der Titanic“, so Ebel im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). „Die Tanzkapelle spielt auf, alle feiern mit, aber das Schiff ist schon umgekippt, und keiner tut etwas.“ Der TUI-Chef weiter: „Mutig wäre eine Legislaturperiode keine neuen Gesetze und Verordnungen – egal wer sie einbringt. Stattdessen Inventur und volles Augenmerk auf die Abschaffung von Gesetzen und Bürokratie.“
„Sehr schwierige Standortbedingungen“
Der Anteil an TUI-Kunden, die nicht aus Europa kommen, liege aktuell bei etwa 20 Prozent. „Dieser Anteil wird weiter steigen“, prophezeit Ebel. „Diese Kunden sind auch profitabler.“ Der Grund: „Weil wir in Europa und vor allem in Deutschland sehr schwierige Standortbedingungen haben. Man muss sich nur die staatlichen Abgaben für Flüge ansehen, die sich binnen weniger Jahre verdoppelt haben. Dazu kommt die Bürokratie, die ein schwer erträgliches Ausmaß erreicht hat.“

Ein TUIfly-Ferienflieger (Boeing 737)
Verwaltung in Brüssel ist „komplett außer Kontrolle geraten“
Ebel empfiehlt der Politik: „Keine ideologischen Grabenkämpfe, jeder faule Kompromiss stärkt die Ränder“. Man brauche einen Masterplan, es dürfe nicht noch mehr reguliert werden. „Was nötig ist, ist Fokus, Fokus. Fokus auf das Wichtigste.“ Das gelte auch für Europa. „Ich bin überzeugter Europäer, das größte Friedensprojekt. Aber es gibt in Brüssel eine Verwaltung, die komplett außer Kontrolle geraten ist. Sie reguliert immer weiter. Wem nützt das?“
Für TUI befürchte er „insgesamt wenig“, weil das Unternehmen „internationaler“ werde. „Die großen Chancen liegen im Ausland. Das gilt für uns wie für den deutschen Mittelstand, der früh mit der Globalisierung begonnen hat. Das hat ihm das Überleben gesichert.“
„Es wird einem verdammt schwer gemacht“
Ebel verweist auf Ryanair-Chef O’Leary, der kürzlich sagte „dass er Flugzeuge woanders herstellt, weil sie dort wirtschaftlicher sind“. Für TUI gelte: „Hotels sind im Ausland wirtschaftlicher zu bauen und zu betreiben. Viele Bauvorschriften sind unsinnig und verhindern Investitionen. Wir haben hier gute IT-Standorte, aber die Rahmenbedingungen an unserem Standort in Porto sind deutlich besser.“

Michael O'Leary, CEO von Ryanair
Man wolle aus diesem Teufelskreis ausbrechen, „wir stehen zum Standort Deutschland“. Nur die Rahmenbedingungen müssten sich verbessern. „Es wird einem verdammt schwer gemacht.“
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