Drittgrößte Volkswirtschaft der Welt: Deutschland überholt Japan – warum das KEINE gute Nachricht ist
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Trotz seiner wirtschaftlichen Schwäche steigt Deutschland zur drittgrößten Volkswirtschaft der Welt auf. Das nutzen jetzt Ampel-Politiker, um zu erklären, dass es nicht so schlecht um die deutsche Wirtschaft steht. Dabei kommt das nur durch den Absturz des japanischen Yen zustande.
Das Statistische Bundesamt hat erneut gemeldet, dass die deutsche Wirtschaft im vergangenen Quartal geschrumpft ist. Die Wertschöpfung lag im 3. Quartal 2023 um 0,8 Prozent niedriger als im Vorjahr. Daher verwundert viele die Meldung, dass Deutschland zur drittstärksten Wirtschaftsnation der Welt aufgestiegen sein soll.
Der Yen ist schwach – nicht Deutschland stark
Doch der Grund für den Aufstieg ist erkennbar keine wirtschaftliche Stärke. Deutschland wird für 2023 das schwächste Wachstum aller Industrienationen prognostiziert.
Es hat einen anderen Grund: Der japanische Yen hat über die letzten zwei Jahre fast 50 Prozent an Wert gegenüber dem US-Dollar verloren. Auch gegenüber dem Euro hat der japanische Yen deutlich mehr als 30 Prozent verloren. Der Grund dafür ist klar. In den USA und in der Eurozone wurden von den Zentralbanken die Zinsen angehoben, und auch die Geldmenge insgesamt sank jeweils. Anders in Japan. Dort beträgt der Leitzins weiterhin -0,1 Prozent. Die Zinsdifferenz zum Euro und zum US-Dollar hat eine regelrechte Kapitalflucht aus dem Yen ausgelöst. Schlimmer noch: Immer mehr Akteure haben sich in Yen günstig verschuldet und mit dem Geld dann in anderen Ländern investiert.
Wenn man nun die japanische Wirtschaftsleistung mit derjenigen anderer Nationen vergleicht, sinkt die japanische Wirtschaft ab, weil der Wert ihrer Währung gesunken ist.
Das alleine ist der Grund dafür, dass Deutschland nun vor Japan liegt.

Der Yen hat über die letzten 2 Jahre um fast 50 Prozent gegenüber dem US-Dollar abgewertet.
Die deutsche Wirtschaft schrumpft, die Politik vermeldet Erfolg
Ampel-Politiker versuchen die Meldung zum Schönreden der wirtschaftlichen Situation zu nutzen. Der glasklare Sachverhalt hält linke Politiker nicht davon ab, zu erklären, dass die wirtschaftliche Lage in Deutschland viel besser sei als behauptet.
So schreibt etwa Michael Bloss, Mitglied des Europäischen Parlaments und der Grünen, auf X: „Deutschland überholt Japan und steigt weltweit zur drittgrößten Volkswirtschaft auf. Und Konservative versuchen uns einzureden, dass alles den Bach runtergeht und deindustrialisiert. Falsch, gerade langfristig sieht es gut aus.“
Absurd. Die deutsche Wirtschaft schrumpft und Herr Bloss schreibt etwas von „Überholen“. Um jemanden zu überholen, müsste man zumindest den Vorwärtsgang nutzen.
Kehrtwende der EZB
Das einzig Positive – nicht Deutschland spezifische – ist, dass die EZB sich nicht der Geldpolitik Japans angeschlossen hat. Die Kehrtwende der EZB hat dazu geführt, dass der Euro sich gegenüber dem US-Dollar und anderen wichtigen Währungen erholen konnte.

Die Kehrtwende der EZB hat dazu geführt, dass der Euro sich gegenüber anderen Währungen erholen konnte.
Auch aus der FDP wird der japanische Abstieg als Erfolgsmeldung verkauft. So kommentierte etwa der Bundestagsabgeordnete Max Mordhorst die Entwicklung mit „Powerhouse!“.
Was man als parteipolitisches Geplänkel abtun könnte, ist bitterernst. Der Abstieg der deutschen Wirtschaft ist das Ergebnis struktureller Schwächen und der Rahmenbedingungen, mit denen es die deutsche Wirtschaft zu tun hat.
Um allerdings die Grundlagen für wirtschaftliches Wachstum zu verbessern, müsste man erst einmal anerkennen, dass es zur Zeit in die falsche Richtung geht. Wenn nicht einmal das möglich ist, dann ist erscheint auch Hoffnung gering, dass die Grundlagen zum Positiven angepasst werden.
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