Drittgrößter Zementhersteller der Welt: Heidelberg Materials stellt grünen Umbau infrage
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Das Zementwerk Heidelberg Materials (früher: Heidelberg Zement) wollte seinen Standort im nordrhein-westfälischen Geseke zum grünen Vorzeigeprojekt machen: Der drittgrößte Zementhersteller der Welt plante, den Standort mithilfe der Politik zum ersten vollständig dekarbonisierten Zementwerk in Deutschland zu machen. Jetzt sagt Konzernchef Dominik von Achten, dass unter den gegebenen Rahmenbedingungen die Hürde dafür zu hoch sei. Ob der Konzern seine Pläne umsetze, hänge von der Ausgestaltung der Klimaverträge ab. Der Wind in Berlin und Brüssel müsse sich drehen.
Die Anlage in Geseke sollte so umgerüstet werden, dass das bei der Produktion frei werdende Kohlendioxid aufgefangen und später unter dem Nordseeboden verpresst werden kann. Der Konzern wollte dafür eine halbe Milliarde Euro investieren. Die EU hatte darüber hinaus 191 Millionen Euro an Förderung zugesagt.
Konzern fordert mehr staatliche Unterstützung
Von Achten kritisierte bei der Bilanzvorlage die wachsende Planungsunsicherheit, angesichts der neu aufgeflammten Debatten um eine Aufweichung des europäischen Emissionshandels, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Indirekt forderte der Konzernchef mehr staatliche Unterstützung: Der Staat solle weniger, und dafür größere Projekte fördern. Heidelberg habe mit seinem Werk im norwegischen Brevik gezeigt, dass die Technik funktioniere und der Konzern in der Lage sei, Budgets einzuhalten.
Die erste Anlage der Welt für grünen Zement
Die Anlage in Norwegen, gebaut mit erheblicher staatlicher Unterstützung, gilt als die erste auf der Welt, die CO2 im industriellen Maßstab abscheide und speichert. Die Nachfrage nach dem dort produzierten „grünen“ Zement übersteige bei Weitem das Angebot. Für von Achten ist der Emissionshandel ein Wettbewerbsvorteil der EU, den es zu erhalten gelte.
Heidelberg Materials, mit 49.000 Beschäftigten einer der größten Hersteller von Zement und Zuschlagstoffen, versteht sich als Vorreiter des grünen Umbaus. Deshalb hatte der Aktienkurs vor Kurzem auch nachgegeben, als Industrievertreter in Antwerpen ein Aufweichen des Emissionshandels forderten.
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