Von wegen Unabhängig von Gas-Importen: Viel mehr Solar-Panels und Windmühlen - aber deutlich weniger Strom
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Durch den Iran-Krieg und die gestiegenen Spritpreise sprechen Politiker der Grünen Partei, aber auch Ökonomen, derzeit noch intensiver über den Ausbau erneuerbarer Energien, der Deutschland unabhängiger von Öl- und Gasimporten machen soll. Doch ein Blick auf die Zahlen zeigt:
Das entspricht nicht der Realität!
Seit dem Ausbruch des Kriegs im Februar dieses Jahres produzieren Wind- und Solaranlagen sogar weniger Strom – obwohl beide Energieträger in den vergangenen Jahren mit mehr als 100 Milliarden Euro an staatlichen Subventionen massiv ausgebaut wurden. Gleichzeitig ist der Gasverbrauch zur Stromerzeugung deutlich gestiegen. Ein Energie-Experte erklärt warum.
Zwei Drittel mehr Kapazität, aber fünf Prozent weniger Strom
Seit 2020 wurde die installierte Leistung von Solar- und Windenergieanlagen in Deutschland stark erweitert. Betrug sie vor sechs Jahren noch 113,2 Gigawatt, liegt sie heute bei knapp 190 Gigawatt – ein Plus von rund 67 Prozent. Der Ausbau wurde im selben Zeitraum über die sogenannten EEG-Kosten mit mehr als 120 Milliarden Euro gefördert.

Diese Grafik zeigt den Anstieg der Erzeugungskapazitäten von Wind und Sonne in Deutschland.
Trotz des gigantischen Zuwachses an (theoretischer) Erzeugungskapazität ist die Stromproduktion in den jeweils ersten Quartalen der vergangenen sechs Jahre geringer. Im Jahr 2020, also vor sechs Jahren, hatten Wind und Sonne in den Monaten Januar, Februar und März noch 56,9 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. Im ersten Quartal 2026 waren es 54,3 Terrawattstunden Strom – also knapp fünf Prozent weniger.
Seit 2020 ist dieser Quartalswert nie mehr erreicht oder überschritten worden, obwohl Jahr für Jahr mehr (theoretische) Erzeugungskapazität zugebaut worden ist.

Trotz des massiven Ausbaus von Wind und Sonne hat die Strommenge in den ersten Quartalen der vergangenen Jahr nie mehr den Wert von 2020 erreicht.
Bedeutet unterm Strich: Der massive Ausbau von Wind und Sonne seit 2020 (+ zwei Drittel) hat mit Blick auf das für den Ausbruch des Iran-Kriegs relevante Quartal 1 nicht zu mehr Unabhängigkeit von Öl und Gas gesorgt, da aufgrund der Volitalität und Wetterabhängigkeit der Strom-Quellen nicht mehr sicher planbarer Strom hinzu gekommen ist.
Im Gegenteil sogar!

Die Verstromung von Gas ist seit 2020 massiv angestiegen.
Seit 2020 ist die Menge an Gas, die zur Gewinnung von Strom eingesetzt worden ist, sogar von 15,3 Terrawattsunden auf nunmehr 22,5 Terrawattstunden massiv angestiegen. Ein Plus von knapp der Hälfte. Die Abhängigkeit von Gas-Verstromung und somit von Gas-Importen aus dem Ausland ist trotz des massiven Ausbaus von Wind und Sonne sogar gestiegen. Auch der Ausstieg aus der Kernkraft dürfte dabei eine Rolle gespielt haben.
Der Energieexperte Christoph Maurer erklärt bei X das Phänomen: „Ausgebaut haben wir vor allem Solar, leider weniger Wind Onshore, was die systemisch wertvollere Technologie ist“, so Maurer. Der erste Quartal 2020 sei ein außerordnetlich windiges gewesen, was die hohen Strommengen vor sechs Jahren erkläre, die im Winter mit einem starken Solar-Zubau nicht auszugleichen sei. Ein in seinen Augen „gut erklärbarer Effekt“, der jedoch zeige, „dass EE-Stromversorgung im Winter durchaus herausfordernd ist (und fossilfrei nur mit erheblichen Speicherkapazitäten für klimaneutrale Gase einhergeht) und Fokus beim Ausbau eher auf Wind als PV liegen sollte“.
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Julius Böhm
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