Studie: Deutsche Atomkraftwerke könnten schnell wieder ans Netz gehen
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Ist ein schnelles Atom-Comeback doch noch möglich? Nach einer neuen Studie der pro-nuklearen Denkfabrik Radiant Energy Group könnten mehrere der zuletzt abgeschalteten deutschen Kernkraftwerke bereits ab 2031 wieder Strom liefern.
CDU-Fraktionschef Jens Spahn hatte erst im April erklärt, Deutschland könne seine zuletzt stillgelegten AKW mit deutlich geringerem Aufwand wieder in Betrieb nehmen, als andere Länder für den Bau neuer Reaktoren aufbringen müssten. Eine Debatte darüber sei „in jedem Fall wert“.
Die Autoren der aktuellen Studie sehen nun tatsächlich keine grundsätzlichen technischen Hindernisse für eine Wiederinbetriebnahme. Als geeignete Kandidaten nennen sie laut Bild die Kraftwerke Brokdorf, Emsland, Isar 2, Neckarwestheim 2 und Grohnde. Deren Rückkehr ans Netz wäre nach Einschätzung der Denkfabrik der „Rettungsanker für die Industrie“.

Das Kernkraftwerk Brokdorf in Schleswig-Holstein gilt als aussichtsreicher Wiederbelebungskandidat.
Experten: Es muss schnell gehen
Nach Berechnungen der Autoren könnte Atomstrom für durchschnittlich 37 Euro pro Megawattstunde erzeugt werden. Das liege deutlich unter den aktuellen Großhandelspreisen von mehr als 90 Euro. Zudem wäre die Wiederinbetriebnahme bestehender Kraftwerke schneller und günstiger als der Bau neuer Reaktoren.
Das vorgeschlagene Programm mit einer Leistung von 18,5 Gigawatt wäre den Autoren zufolge sogar größer als Frankreichs Vorhaben zum Bau von sechs neuen EPR2-Reaktoren.
Die Studie warnt vor Zeitverlust. Mit jedem weiteren Jahr des Rückbaus würden eine Wiederinbetriebnahme schwieriger und die Kosten höher. Als Gründe nennen die Autoren den fortschreitenden Abbau der Anlagen, den Verlust von Fachkräften und schrumpfende Lieferketten.
Sie empfehlen deshalb ein sofortiges Moratorium für den Rückbau sowie Änderungen am Atomgesetz, um den Betrieb der Kraftwerke rechtlich wieder zu ermöglichen.
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