Europachef von Exxon klagt an: „Europa dekarbonisiert nicht, es deindustrialisiert“
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Der Chef des Mineralölkonzerns ExxonMobil Europe, Philippe Ducom, klagt die europäische Politik an: In einem Interview mit dem Handelsblatt warnt er vor einer Deindustrialisierung durch die steigende CO2-Steuer: „Europa dekarbonisiert nicht – es deindustrialisiert.“

Philippe Ducom, Europachef von Exxon Mobil
„Richtlinien müssen gestrichen oder angepasst werden“
Hohe Energiepreise, immer neue Auflagen, politische Unsicherheit: Aus Sicht von Philippe Ducom, Europachef von ExxonMobil, verliert der Kontinent Schritt für Schritt seine wirtschaftliche Schlagkraft. Investitionen flössen dorthin, wo die Bedingungen besser seien – in die USA oder nach Asien. Europa dagegen verliere sich in Regulierungen. Sein bitteres Fazit im Gespräch mit dem Handelsblatt: „Europa dekarbonisiert nicht – es deindustrialisiert.“

Eine Chemiefabrik von Exxon in Frankreich
Ducom klagt die europäische Politik an
Ein zentraler Streitpunkt für Ducom ist die geplante EU-Lieferkettenrichtlinie. Brüssel produziere Vorschriften, „unmachbare Auflagen“, die Energieunternehmen faktisch aus dem Markt drängen könnten – auch seinen eigenen Konzern. ExxonMobil ziehe im Zweifel Konsequenzen, deutet er an: „Wir sprechen so deutlich, weil wir wollen, dass die Richtlinie gestrichen oder angepasst wird. Aber Unternehmen müssen am Ende Entscheidungen treffen“, sagte Ducom. Gleichzeitig verweist er darauf, dass ExxonMobil durchaus in Klimaschutztechnologien investiere, nur eben nicht in Europa. Rund 20 Milliarden Dollar flössen in Projekte zur Dekarbonisierung, allerdings in anderen Weltregionen. Der nüchterne Grund, so Ducom: „In Europa existiert der Geschäftsfall nicht.“
Am Ende bleibt Ducoms Botschaft knallhart: Europa treibe mit hohen Energiepreisen, wachsender Bürokratie und immer neuen Auflagen seine eigene Industrie aus dem Kontinent. Statt Standort für Zukunftstechnologien zu sein, drohe die EU für global agierende Konzerne zum Risiko-Faktor zu werden. Investitionen wandern dorthin, wo Rendite, Planungssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen locken – zum Beispiel in die USA und nach Asien. Europa, so seine Warnung, stehe damit vor der Entscheidung, ob es Industriestandort bleiben oder sich selbst aus dem Spiel nehmen will.
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