Frischer Wind bei der Unterwäschemarke Schiesser: Feinripp ist out – Spitze kommt wieder
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Was zeichnet Wäsche von Schiesser aus? Antwort: Feinripp. Das war jahrelang das Markenzeichen dieser Marke. Das gilt auch für Herrenwäsche: „Kernig, einfach, praktisch“, sagt der Journalist Eric S. „Was für zu Hause. Mit einer Flasche Bier in der Hand am Küchentisch.“
Jetzt weht frischer Wind bei Schiesser. Das Unternehmen aus Radolfzell am Bodensee hat eine neue Chefin. Sie will jüngere Menschen ansprechen. „Wir wollen bewusst zeigen, dass wir nicht nur klassische Unterwäsche produzieren“, sagt Sonja Balodis.
Die in Warendorf (Münsterland) geborene Diplomingenieurin für Bekleidungstechnik ist die erste Managerin, die die Geschäfte des Traditionsunternehmens führt, das am Mittwoch seinen 150. Gründungstag feiert. Schon seit frühester Jugend interessierte sie sich für Mode, sagte sie zur FAZ. Ihre Oma habe ihr das Nähen beigebracht. „Zwischen dem 13. und 14. Lebensjahr habe ich angefangen, meine Kleidung für mich selber zu nähen.“
Unterwäsche heißt jetzt Tag- und Nachtwäsche
Balodis verbreitet Aufbruchsstimmung bei Schiesser. Allerdings hört sie das Wort Unterwäsche nicht so gern. Sie spricht von Tag- und Nachtwäsche. Und das Unternehmen, das zum israelischen Wäsche- und Modekonzern Delta Galil gehört, ist auch viel breiter aufgestellt. Zum Sortiment gehören BHs, Nachtwäsche, Socken, Bademode, Bademäntel, Bett- und Frottierwäsche für Damen, Herren und Kinder. Schiesser erzielt mit 110 eigenen Ladengeschäften 80 Prozent der Erlöse in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bis zum Jahr 2027 sollen 25 neue Läden dazukommen.

Eine Mitarbeiterin sortiert „Schiesser“-Ware.
Spitze ist wieder im Kommen
Nachtwäsche sei nicht gleich Nachtwäsche, sagt die Schiesser-Geschäftsführerin. Auch im Wäschesegment gebe es Trends. „Bei der Tag- und Nachtwäsche für Frauen ist Spitze wieder verstärkt im Kommen. Wir möchten Spitze als Stilelement künftig wieder mehr einsetzen.“ Und bei den Farben im Bereich der Nachtwäsche würden Hautfarben immer wichtiger. „Die sind vor allem außerhalb von Deutschland sehr gefragt.“
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