Geheimarchiv: Schufa speichert offenbar alte Daten länger als gedacht
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Die Schufa kennt Millionen Deutsche. Die Auskunftei sammelt Informationen über die Zahlungsfähigkeit von Bürgern und berechnet daraus einen Score, der im Alltag große Auswirkungen haben kann – etwa bei Krediten, Wohnungssuche oder Vertragsabschlüssen.
Rund 68 Millionen Menschen sind bei der Schufa erfasst. Doch neue Recherchen der Süddeutschen Zeitung zeigen: Neben der bekannten Datenbank soll die Schufa offenbar ein weiteres Archiv mit historischen Daten führen – Informationen, von denen viele Verbraucher ausgegangen sind, dass sie längst gelöscht wurden.
Die Schufa weist den Vorwurf zurück, eine „historische Datenbank“ zu betreiben. Das Unternehmen spricht von archivierten Datensätzen, die unter anderem für Tests, Entwicklungszwecke und rechtliche Anforderungen gespeichert würden. Datenschützer sehen diese Praxis jedoch kritisch. Sie verweisen auf den Grundsatz der Datensparsamkeit: Wenn der ursprüngliche Zweck einer Datenerhebung entfällt, müssten Informationen grundsätzlich gelöscht werden.
Landen alte Daten in neuen Bewertungen?
Besonders brisant ist die Frage, wie solche Daten genutzt werden. Historische Scores sollen unter anderem dazu dienen, neue Bewertungsmodelle zu testen. Kritiker warnen jedoch davor, dass sensible Informationen über Verbraucher in die Hände von Unternehmen gelangen könnten und dann doch noch Anwendung finden.
Die Debatte um die Schufa zeigt ein größeres Problem des digitalen Zeitalters: Daten sind längst zu einer Form von Macht geworden. Während Unternehmen mit immer größeren Datenmengen arbeiten, wissen Verbraucher oft nur wenig darüber, welche Informationen über sie gespeichert werden und wie diese genutzt werden.
Schufa-Debatte auch bei NIUS Live am Abend
Wie viel Wissen dürfen private Unternehmen über die Menschen sammeln – und wie viel Transparenz müssen sie im Gegenzug gewährleisten? Darüber diskutieren am Mittwochabend ab 18 Uhr der Autor Klaus-Rüdiger Mai und NIUS-Kolumnist Gunnar Schupelius bei NIUS-Moderator Andreas Dorfmann.
Die Sendung finden Sie ab 18 Uhr hier:
Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wie viel Wissen dürfen private Unternehmen über die Menschen sammeln – und wie viel Transparenz müssen sie im Gegenzug gewährleisten?
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