Nachdem er höhere Spritpreise gefordert hatte: ADAC-Präsident Gerhard Hillebrand tritt zurück
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Gerhard Hillebrand, Verkehrspräsident des ADAC, hat sein Amt niedergelegt. Der Rücktritt ist die direkte Folge einer massiven Austrittswelle, die durch ein Interview ausgelöst wurde, in dem er sich für eine CO2-Bepreisung als Mittel gegen den Klimawandel aussprach. Zehntausende Mitglieder kehrten dem mit rund 22 Millionen Mitgliedern größten deutschen Automobilclub den Rücken – ein Reputationsschaden, für den Hillebrand nun persönlich Verantwortung übernimmt.
In der Neuen Osnabrücker Zeitung hatte Hillebrand kurz vor Weihnachten erklärt: „Der ADAC hält die CO2-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen.“ Er betonte, höhere Treibstoffpreise schafften den nötigen „Anreiz, um auf klimaschonende Alternativen zum Diesel und Benziner umzusteigen“. Zugleich warnte er vor einer Aufweichung europäischer Klimaziele: „Davor kann ich nur warnen. Europa muss an ehrgeizigen CO2-Minderungszielen festhalten, wir müssen die Erderwärmung begrenzen.“ Und: „So zu tun, als gäbe es den Klimawandel nicht, wäre ein fataler Irrweg.“
Die Rede ist von bis zu 60.000 Austritten
Die Äußerungen trafen bei vielen Mitgliedern, überwiegend Vielfahrern mit Verbrennermotoren, auf Ablehnung und sorgten für Unverständnis. Schon in den ersten Tagen nach der Veröffentlichung meldeten sich Tausende mit Kündigungen; Berichte sprechen später von bis zu 60.000 Austritten in den Folgewochen. Eine ADAC-Sprecherin erklärte damals: „Die Zahl der Kündigungen zeigt, dass viele Mitglieder den Eindruck hatten, der ADAC habe seine Rolle als Anwalt der Autofahrer verlassen. Das trifft den ADAC und wird sehr ernst genommen.“ Der Club betonte, der entstandene Eindruck passe nicht zu seinen Positionen. Man setze sich für Klimaschutz ein, fordere aber stets Kompensationen und Entlastungen, um Überforderungen zu vermeiden.

Hatte mit einer Austrittswelle von Mitgliedern zu kämpfen: der ADAC.
In einer offiziellen Pressemitteilung des ADAC heißt es nun, Hillebrand ziehe „die Konsequenz aus Interviewäußerungen, die zum Jahreswechsel zu erheblichen Irritationen bei Mitgliedern sowie zahlreichen Beschwerden und Kündigungen geführt hatten“. Er bedauere, dass seine Worte „Mitglieder verunsichert und verärgert sowie Glaubwürdigkeit gekostet haben“. Der Rücktritt sei die richtige Entscheidung, so Hillebrand. Er bestätigte, „dass es im Interesse des ADAC und seiner Glaubwürdigkeit richtig ist, daraus persönliche Konsequenzen zu ziehen“. Kommissarisch übernimmt ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze den Posten. ADAC-Präsident Christian Reinicke würdigte den Schritt und dankte Hillebrand für seinen Einsatz.
Der ADAC, der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e.V., ist mit Sitz in München der größte Automobilclub Europas und bietet Mitgliedern Dienstleistungen wie Pannenhilfe, Versicherungen, Reiseberatung und Verkehrsberichterstattung. Gegründet 1903, vertritt er die Interessen von Autofahrern und setzt sich für sichere und nachhaltige Mobilität ein. Stand Ende 2024 zählt der Verein rund 22,2 Millionen Mitglieder.
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