Grüner behauptet, dass die „Preise sinken“ – obwohl sie weiter steigen
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Grünen-Politikern wird häufig fehlender Wirtschafts-Sachverstand zum Vorwurf gemacht, wogegen sich die Partei wehrt – mit seiner Einschätzung zur Inflation erfüllt der Grünen-Europaabgeordnete Michael Bloss das Vorurteil eindrucksvoll.
„Die Preise sinken weiter, die Inflationsrate im März ist auf niedrigstem Stand seit knapp 3 Jahren“, schrieb der EU-Grüne bei X und machte in seinem Glauben an sinkende Preise den Wirtschafts- und Klimaschutzminister dafür verantwortlich: „Kurz & knapp: Danke Habeck.“
Der zweite Teil der Aussage ist richtig: Die Inflationsrate betrug im Februar etwa 2,5 Prozent – der erste Teil der Aussage ist jedoch Humbug: Die Inflationsrate beschreibt ja gerade den Teuerungseffekt der Verbraucherpreise und somit den Grad an Kaufkraftverlust im Vergleich zum Vorjahr. Das heißt: Mit demselben Euro-Betrag konnte man im Februar 2024 nur Waren mit 2,5 Prozent weniger Wert einkaufen als im Vorjahresmonat.
Nach mehreren Inflations-Jahren und Teuerungs-Raten von knapp 9 Prozent im Winter 2022/23 hat sich der Begriff „Inflation“ eine bittere Geläufigkeit bei Millionen Deutschen erarbeitet. Beim Grünen-Politiker Bloss offenbar nicht.
Zahlreiche Nutzer wiesen auf den eklatanten Fehler hin, verwiesen auf die Definition der Bundeszentrale für politische Bildung. Dort heißt es: „Eine sich abschwächende Inflation bedeutet nicht, dass die Preise (bzw. der Preisindex) sinken, sondern ein geringerer Preisanstieg als im Vergleich zu vorherigen Zeiträumen mit stärkeren Preisanstiegen“ stattfindet.
Bloss korrigierte sich: Er habe nicht die Preise, sondern den Preisanstieg gemeint. Und weiter: „Wobei manche Preise wirklich sinken.“
Es ist eine wiederkehrende Aussage grüner Politiker, den Rückgang der Inflation als Quasi-Rückgang der Preise zu verkaufen. Was dabei vergessen wird: Auch bei der Inflation gibt es einen Zinseszins-Effekt, nur dass sich dieser – anders als bei der Geldanlage – zum Nachteil der Verbraucher auswirkt. Bedeutet konkret: Die Inflationsraten von 2022 (+6,9 Prozent) und 2023 (+5,9 Prozent) ergeben zusammen keine (addierte) Teuerung um „nur“ 12,8 Prozent, sondern einen (multiplizierten) Geldwertverlust um 13,2 Prozent. Mit einer niedrigen Inflationsrate von 2,5 Prozent für das Jahr 2024 läge man bereits 16 Prozent über dem Preisniveau von 2021.

Beim Ausbau der Windkraft hinkt die Bundesregierung ihren eigenen Zielen deutlich hinterher.
Auch bei Klima-Zielen verbreitet Michael Bloss Fehlinformationen
Doch damit nicht genug der Fehlinformation: Auch bei seiner Freude über „Rekorde beim Ausbau der Erneuerbaren“ sagt Bloss nur die halbe Wahrheit. Richtig ist, dass mit 14,6 Gigawatt Solarenergie-Zubau das Ziel von 9 Gigawatt für 2023 sogar deutlich übererfüllt worden ist. Bei der für die Erzeugung – auch in der Nacht und in dunklen Jahreszeiten – deutlich wichtigeren Windkraft an Land hinkt die Bundesregierung ihren Ausbauzielen jedoch deutlich hinterher: Statt der angepeilten 4 Gigawatt wurden nur 3 Gigawatt zugebaut.
Auch gibt es keinen Rekord bei der Windkraft: Unter Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) wurden in der Großen Koalition von 2014 bis 2017 jedes Jahr mehr Windmühlen gebaut als im Jahr 2023 unter Minister Habeck.
CDU-Politiker Christoph Ploß kritisiert seinen Beinahe-Namensvetter von der Grünen-Partei. Ploß über Bloss zu NIUS: „Die offensichtlich völlig fehlende Wirtschaftskompetenz in den Reihen der Grünen Partei wäre ja kein Problem, wenn diese Leute nicht über wichtige Gesetze entscheiden würden. Die grüne Partei gehört zurück in die Opposition!“
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