Haba ist pleite: Deutscher Spielzeug-Hersteller muss Insolvenzverfahren eröffnen
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In vielen deutschen Kinderzimmern findet sich Spielzeug von Haba. Doch die Firma steckt in der Krise und will sich sanieren. Viele Beschäftigte müssen gehen, das Insolvenzverfahren ist eröffnet.
Im Zuge einer Neuausrichtung sollen die Beschäftigten das Angebot zur Übernahme in eine Transfergesellschaft bekommen. Dies teilte Mario Wilhelm, Geschäftsführer der Haba Familygroup, mit. Die Laufzeit der Transfergesellschaft soll demnach ein halbes Jahr betragen. Am Hauptsitz des Traditionsunternehmens in Bad Rodach sollen künftig noch rund 1000 Menschen beschäftigt werden. Zum 1. Januar werde man den Produktionsstandort für Kindermöbel in Eisleben in Sachsen-Anhalt aufgeben.
Kinder-Spiele und -Klamotten gehörten zu jeder Familie
Mit den Kinderklamotten der Marke Jako-o oder Kleinkinderspielzeug von Haba hatte man sich jahrelang eine feste Position in deutschen Haushalten erarbeitet. Für Kindergärten hatte man mit Haba Pro sogar eine Zusatz-Sparte für Kindermöbel geschaffen.

Die Klamotten-Marke Jako-o wird komplett eingestellt.
Interne Probleme verschärften die wirtschaftliche Situation
Die Fachzeitung Wirtschaftswoche will von einem Insider wissen, dass die Haba-Insolvenz keinesfalls überraschend daherkam. Eine neue Vertriebs-Software sollte eingeführt werden und bereitete schwere Probleme. Sogar Kunden beschwerten sich im Netz, weil Bestellungen willkürlich storniert worden seien. Auch die Trennung von der Klamotten-Sparte sei ein Management-Fehler, der für mehr Freiraum bei den aktuellen Problemen sorgen sollte.

Stefanie Frieß (l), HABA Geschäftsleitung für Vertrieb & Marketing, und Mario Wilhelm (r), HABA Geschäftsführer
Immerhin der bestellte Insolvenzverwalter, Martin Mucha, sieht für Haba insgesamt eine Perspektive. Deshalb habe man sich für die Insolvenz in Eigenverwaltung entschieden. Eine Einigung über die Neuausrichtung des Unternehmens wurde erfolgreich mit dem Betriebsrat erzielt. Im neuen Jahr wolle sich das Unternehmen noch stärker als bisher auf seine Kernkompetenzen im Bereich Holz konzentrieren, sagte der Sanierungsexperte Mucha Mitte Dezember – und ergänzte: „Ich bin zuversichtlich, dass wir das Insolvenzverfahren zum März 2024 erfolgreich abschließen können.“
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