Handelskrieg zwischen China und den USA: Welche Folgen hat das für die deutsche Wirtschaft?
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In der vergangenen Woche brachte das chinesische Telekommunikationsunternehmen Huawei sein neues Flaggschiff-Smartphone auf den Markt. Selten zuvor hat ein neues Handy dafür gesorgt, dass die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen China und den USA so nachdrücklich infrage gestellt werden. Welche Auswirkungen kann dieser Handelskrieg auf die deutsche Wirtschaft haben?
Die Vorgeschichte: Huawei und Chinas führender Chiphersteller SMIC haben einen fortschrittlichen 7-Nanometer-Prozessor für das neue Smartphone Mate 60 Pro entwickelt. Das Prekäre dabei: Die USA gehen davon aus, dass dieser Prozessor nicht ohne US-amerikanische Technologie hätte entwickelt werden können. Die Regierung in Washington will nun untersuchen, ob gegen Sanktionen verstoßen wurde.
Wie ein kleines Handy großen Einfluss auf die nationale Sicherheit nimmt
Die USA hatten den chinesischen Hersteller Huawei bereits 2019 auf die schwarze Liste gesetzt und damit US-Zulieferungen weitestgehend unterbunden. Auch der Chiphersteller SMIC wurde 2020 auf eine Sanktionsliste gesetzt, mit der Begründung, dass das Unternehmen fortschrittliche Technologie an militärische Nutzer weiterleiten könnte. Als Folge der Sanktionen spielten Huawei Smartphones nur noch eine untergeordnete Rolle auf dem internationalen Markt, da auf moderne Technologien wie etwa 5G verzichtet werden musste.
Trotz der drakonischen Sanktions-Maßnahmen ist es den beiden chinesischen Unternehmen gelungen, diesen technologischen Durchbruch zu meistern. Das führte dazu, dass kein Geringerer als der nationale Sicherheitsberater des Weißen Hauses, Jake Sullivan, auf einer Pressekonferenz gebeten wurde, sich zu dem Plan der USA für eine strategische Reaktion zu äußern. Er sagte, dass man sich die Details genau anschauen müsste. Die USA prüfen nun auf Sanktions-Bruch. Politiker fordern nun, sämtliche Technologieexporte an Huawei als auch an SMIC zu verbieten.

Die Smartphone-Hersteller Apple und Huawei sind Teil eines Handelskrieges zwischen den USA und China geworden.
Noch in derselben Woche vermeldete China, dass Angestellte in lokalen Regierungen und staatlichen Firmen ab sofort keine iPhones mehr zur Arbeit mitbringen dürften. Diese Direktive wurde sicherlich nicht zufällig ausgegeben und gilt als indirekte Symbol-Antwort auf die Vorwürfe.
Tech-Krieg mit Vergeltungsmaßnahmen
Der Handelskrieg zwischen den USA und China begann mit der Präsidentschaft von Donald Trump. Auch der aktuelle Präsident Biden scheint diesen fortsetzen zu wollen, denn das Verhältnis zwischen China und den USA hat sich noch weiter verschlechtert. Auf eine Handelsbeschränkung folgte kontinuierlich die nächste. Auf den neuen Zoll der USA auf chinesische Produkte antworteten die Chinesen ihrerseits mit einem Zoll auf amerikanische Produkte. Beide Seiten scheinen sich gegenseitig mit ihren Maßnahmen übertrumpfen zu wollen.
Dabei handelt es sich nicht mehr um einen normalen Handelskrieg, sondern um einen Tech-Krieg. Und der hat deutlich tiefere Dimensionen. Es scheint ganz so, als sei es erklärtes Ziel der USA, China, wo es nur geht, vom wirtschaftlichen Fortschritt abzuschneiden. Nur: Die Chinesen begreifen das eher als Ansporn und beschleunigen wirtschaftlich und technologisch zunehmend.
Wenn nun auf jeden technischen Fortschritt eine weitere Verschärfung des Handelskriegs droht, beeinflusst das sicherlich auch den globalen Welthandel. Man denke nur daran, dass China im Besitz vieler wertvoller Rohstoffe ist, wie etwa seltener Erden, die sowohl von den USA als auch von Europa dringend für die geplante CO2-Neutralität benötigt werden.
Auch Deutschland ist vom Handelskrieg betroffen
Insbesondere die deutsche Wirtschaft ist negativ von diesem Handelskrieg betroffen. Warum? Weil die deutsche Wirtschaft traditionell exportorientiert ist und China und die USA der wichtigste und drittwichtigste Handelspartner ist.
Oftmals dürfen exportierte Produkte in die beiden Staaten noch nicht einmal Bestandteile aus dem jeweils anderen Staat haben, damit sie keinen entsprechenden Handelsbeschränkungen oder Zöllen unterliegen.
Je heftiger der Handelskrieg zwischen den USA und China geführt wird, desto stärker ist die deutsche Wirtschaft betroffen. Der finanzielle und bürokratische Aufwand macht das Geschäft unattraktiver. Insbesondere deutsche Unternehmen, die in beiden Ländern aktiv sind, tragen die Rechnung.
Schließt sich Deutschland amerikanischen Sanktionen an?
Bereits seit längerer Zeit üben die USA Druck auf ihre NATO-Verbündeten aus, sich den amerikanischen Sanktionen gegenüber China anzuschließen. Insbesondere der Export von technologisch fortschrittlichen Chips steht dabei im Fokus.
In Europa hatten sich zuletzt die Niederlande an die amerikanischen Sanktionen angeschlossen. Die deutsche Bundesregierung versucht mit Milliarden-Subventionen Chip-Hersteller in Deutschland anzusiedeln.
Der Druck auf Deutschland, sich den amerikanischen Sanktionen gegenüber China anzuschließen, dürfte weiter steigen. Doch das kann sich die deutsche Export-Wirtschaft im Prinzip nicht leisten. Deutschlands Wirtschaft ist angeschlagen und stagniert. Und die vorlaufenden Indikatoren deuten auch nicht auf eine zeitnahe Erholung hin.
Eine Abkopplung von China könnte diese Entwicklung noch einmal negativ befeuern. Deutschland ist deutlich abhängiger von China als alle anderen europäischen Staaten.
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