Horror-Gutachten der Wirtschaftsinstitute: „Müssen uns an 0 Prozent Wachstum gewöhnen“
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Das erhoffte Wachstum der deutschen Wirtschaft bricht um mindestens die Hälfte ein! Das haben die größten deutschen Wirtschaftsinstitute am Mittwoch in Berlin in ihrer Gemeinschaftsdiagnose verkündet, die sich wie eine Horror-Prognose liest. Aus den 1,3 Prozent Wachstum für das Jahr 2026, die die Bundesregierung im Herbst des vergangenen Jahres noch angestrebt hatte, werden nur noch 0,6 Prozent. Gleichzeitig steigt die Inflationsrate deutlich an.
Und die Experten warnen: Das „echte“ Wachstum der deutschen Wirtschaft, das sogenannte Potenzialwachstum, wird sich in den kommenden Jahren gen 0 entwickeln.
„Energiepreisschock überlagert Fiskalimpuls – Wachstumskräfte versiegen“, lautet der Titel des Gutachtens. Die Experten der größten deutschen Wirtschaftsinstitute erklären, dass das erhoffte Wachstum in Deutschland, das allen voran durch schuldenfinanzierte, staatliche Ausgaben angetrieben wird, durch die steigenden Energiepreise infolge des Iran-Kriegs einen erheblichen Dämpfer bekommt. Diesen Dämpfer beziffern die Experten auf einen Rückgang um 0,3 Prozentpunkte.
Der Energiepreisschock treffe auf eine deutsche Wirtschaft, die zum Ende des vergangenen Jahres eine leichte Erholung erlebt habe, erklärte Timo Wollmershäuser vom ifo-Institut.
Heißt: Der größere Teil des Einbruchs beim Wirtschaftswachstum (0,4 Prozentpunkte) hat mit dem Iran-Krieg nichts zu tun.

Die Wirtschaft soll laut der Experten in diesem Jahr nur noch um 0,6 Prozent wachsen – damit wäre erst zum Ende des Jahres die Schrumpfung der Wirtschaft aus den vergangenen Jahren ausgeglichen und das Niveau von 2022 wieder erreicht.
„Eine wesentliche Stütze ist die expansive Finanzpolitik: Massive Staatsausgaben für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz, die das staatliche Haushaltsdefizit auf 4,2 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen lassen, verhindern eine erneute Stagnation oder gar einen erneuten Rückgang“, so Wollmershäuser weiter.
Bitter für Verbaucher: Die Experten rechnen auch mit einem Zuwachs der Inflation. Die Teuerungsrate werde den Prognosen zufolge in diesem Jahr bei 2,8 Prozent liegen, im kommenden Jahr gar bei 2,9 Prozent.
„Müssen uns an 0 Prozent Wachstum gewöhnen“
Neben den erhöhten Energiepreisen, die in die Prognosen einberechnet worden sind, mussten die Experten auch mit einer geringeren Produktion der Industrie rechnen. „Diese strukturellen Veränderungen führen dazu, dass das Potenzialwachstum zum Ende des Jahrzehnts zum Erliegen kommt und wir uns an durchschnittliche Wachstumsraten beim Bruttoinlandsprodukt von 0 Prozent gewöhnen müssen“, sagte Wollmershäuser weiter.
Das Potenzialwachstum beschreibt das organische Wachstum einer Volkswirtschaft jenseits von konjunkturellen oder externen Einflüssen. Es beziffert quasi die „echte“ Entwicklungskraft einer Volkswirtschaft jenseits von staatlichem Konsum, Konjunkturpaketen, Schwankungen auf dem Weltmarkt oder Schocks wie Kriegen oder Pandemien.
Schuld an dem organischen Null-Wachstum in Zukunft sei, dass die erhofften Produktivitätszuwächse gerade bei der Industrie ausgeblieben seien. Unklar sei, in welchen Branchen Produktivitätssteigerungen zu erwarten seien. Außerdem würden die Auswirkungen des demografischen Wandels demnächst voll zuschlagen.
„Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 0,6 Prozent und im Jahr 2027 um 0,9 Prozent zunehmen, nachdem die Wirtschaftsleistung im Vorjahr mit einem Anstieg von 0,2 Prozent kaum mehr als stagniert hat. Im Vergleich zum Herbstgutachten 2025 haben die Institute damit ihre Prognose für das laufende Jahr deutlich um 0,6 Prozentpunkte und für das kommende Jahr um 0,4 Prozentpunkte nach unten korrigiert“, schreiben die Experten.
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