Neue Zahlen: Immer mehr Auslandskapital fließt aus Deutschland ab
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Trend ist stark fallend
Dabei hatte die deutsche Wirtschaft lange Zeit von einem wachsenden Zustrom an Direktinvestitionen aus dem Ausland profitiert.

Frankfurt Business Distrikt. Lange hat die deutsche Wirtschaft von einem wachsenden Zustrom an Direktinvestitionen aus dem Ausland profitiert.
In den 2010er-Jahren nahm das Kapital, das Geldgeber in Deutschland investierten, stetig zu. Seit 2021 ist der Trend stark fallend. Anfangs hatte das mit der Coronapandemie und der Energiekrise infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine zu tun. Inzwischen legt der Kapitalmangel aber die strukturellen Probleme des Standorts Deutschland offen.
Dafür spricht das Beispiel China. Lange Zeit wurde in der Volksrepublik mehr investiert, als die Investoren von dort an Kapital ins Ausland brachten. Seit 2022 hat sich das Verhältnis aber deutlich gedreht – doch die hohen Investitionen aus China kommen offensichtlich kaum in Deutschland an. „Dies ist vordringliche Aufgabe der neuen Bundesregierung“, schreiben die Ökonomen. „Sie muss kurzfristig die Konjunktur beleben, auch um den mittlerweile vielfältigen einnahmeseitigen Druck in den Sozialsystemen zu lindern. Viel wichtiger sind allerdings die mittelfristig und auf Wachstum angelegten Reformen sowie Impulse.“
Interesse an Industriebetrieben
Michelsen und Junker haben sich Investitionen angeschaut, bei denen der ausländische Investor mindestens zehn Prozent der Anteile oder an einem Unternehmen erwarb. Die Ökonomen haben etwas Erstaunliches festgestellt. Obwohl Deutschlands wichtigster Wirtschaftssektor, die Industrie, seit Jahren darbt, scheint die Aufmerksamkeit ausländischer Investoren nicht abzureißen. Zwar bekommen vor allem energieintensive Branchen in Deutschland zunehmend Probleme. Pläne, Werke zu schließen, greifen nach und nach um sich. Doch die Investoren aus anderen Ländern haben trotzdem Interesse an Industriebetrieben.

Das französische Pharma-Unternehmen Sanofi ist in Berlin und Frankfurt vertreten.
Die Hauptziele ausländischer Investoren sind dabei der Maschinenbau, die Elektroindustrie, die Chemie sowie die Pharmaindustrie. Der Grund: „Strategische Zukäufe kleinerer Unternehmen oder Minderheitsbeteiligungen, um Zugang zu Technologien, Produktionskapazitäten oder dem Wissenschaftssystem zu erlangen, werden deutlich häufiger durchgeführt.“
Es ist also weniger die Hoffnung, dass Deutschland als Produktionsstandort wieder blühende Zeiten erlebt. Fazit der Ökonomen: „Die Industrie in Deutschland steht erheblich unter Druck.“
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