Durchschnittsnote 4,2: 6300 Unternehmen aus Industrie, Handel und Bau geben Regierung schlechte Noten
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Die deutsche Wirtschaft ist unzufrieden mit der Bundesregierung. In einer Sonderumfrage des Ifo-Instituts gaben gut 6.300 Unternehmen der Koalition von Union und SPD im Schnitt die Schulnote vier (4,2). Die Zensuren für die einzelnen Politikfelder vom Arbeitsmarkt bis zum Sozialen fielen dabei durch die Bank schlecht aus. Den größten Unmut löst die Sozial- und Rentenpolitik aus, die mit der Durchschnittsnote 4,6 beurteilt wurde.
„Die Unternehmen sehen derzeit kaum Fortschritte bei den zentralen wirtschaftspolitischen Themen“, sagte Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. „Das Urteil fällt entsprechend negativ aus.“ Für Arbeitsmarkt-, Industrie- sowie die Energie- und Klimapolitik gab es laut Ifo im Schnitt Bewertungen von 4,1 bis 4,2. Minimal besser schnitten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und sein Kabinett mit jeweils 4,0 in Finanz-, Infrastruktur- und Digitalisierungspolitik ab.

Alle Branchen ähnlich unzufrieden
Auch zwischen den einzelnen Wirtschaftszweigen gibt es demnach kaum Unterschiede in der Benotung. „Insgesamt bewerten die Unternehmen die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung über die verschiedenen Politikfelder hinweg konsistent kritisch, ohne einzelne Bereiche deutlich hervorzuheben oder besonders stark abzustrafen“, heißt es in dem Aufsatz, den Klaus Wohlrabe und seine Kollegen unter dem Titel „Versetzungsgefährdet?“ publizierten.
Die Münchner Wirtschaftswissenschaftler befragen im Rahmen ihrer Konjunkturerhebungen monatlich mehrere tausend Unternehmen. Die Fragen nach den Schulnoten für die Bundesregierung waren ein Zusatz zur Januarumfrage und wurden laut Ifo von rund 6.300 Firmen beantwortet.

Die Verteilung der vergebenen Schulnoten zeigt, dass sich die kritische Gesamtbewertung nicht aus einzelnen Ausreißern speist, sondern auf einer breiten Streuung im unteren Notenbereich beruht. Sehr gute oder gute Bewertungen spielen praktisch keine Rolle.
Quelle des Ärgers: Bürokratie, Regulierung und Steuerpolitik
Abgesehen davon konnten die Teilnehmer in einem freien Text ihre jeweilige Einschätzung zum dringendsten wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf aufschreiben: An erster Stelle stand der Abbau von Bürokratie und Regulierung (40,4 Prozent), gefolgt von Reformen bei Steuern und Abgaben (37,1 Prozent). Laut Ifo beinhalteten die Antworten sowohl Steuersenkungen als auch eine Vereinfachung des Steuersystems.
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