Kerninflation steigt auf über 4 Prozent: Commerzbank-Experte Krämer warnt vor hartnäckiger Teuerung
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Die zugrunde liegende Preissteigerung in Deutschland hat sich in den vergangenen Monaten erneut beschleunigt und überschreitet nun deutlich die Marke von zwei Prozent. Das geht aus einer Grafik des Commerzbank-Chefökonomen Jörg Krämer hervor, die einen Anstieg der Kerninflation auf über vier Prozent offenbart.
Krämer fasst die Entwicklung in einem X-Post knapp zusammen: „Die deutschen Verbraucherpreise sind ohne die stark schwankenden Preise für Energie und Nahrungsmittel in den letzten drei Monaten auf Jahresrate hochgerechnet wieder deutlich stärker als 2% gestiegen. Die Inflation ist hartnäckiger als gedacht.“

Die Kerninflation – also die Preisveränderungen bei Gütern und Dienstleistungen ohne die volatilen Komponenten Energie und Nahrung – dient als Maßstab für den langfristigen Teuerungstrend. Sie filtert Schwankungen durch Ölpreisschocks oder Ernteausfälle heraus und beleuchtet, was wirtschaftsrelevante Kennzahlen wie Löhne, Mieten und Preise für Dienstleistungen. In Krämers Diagramm, das die dreimonatige Veränderung auf Jahresbasis darstellt, fällt der Aufwärtstrend seit Anfang 2025 auf. Von unter drei Prozent im Januar klettert die Rate bis Juli auf über vier Prozent.
Verbraucher betrifft der Anstieg im Alltag
Jörg Krämer, 59, ist der „Chief Economist“ der Commerzbank. Dort leitet er seit fast zwei Jahrzehnten ein Team von Forschern zu Themen wie Makroökonomie und Rohstoffen. Der promovierte Ökonom aus Düsseldorf ist auch Honorarprofessor in Münster.

Der promovierte Ökonom Krämer aus Düsseldorf ist auch Honorarprofessor in Münster.
2022 und 2023, befeuert vom Ukraine-Krieg, Lieferengpässen und Energiepreisexplosionen, lag die Inflationsrate in Deutschland bereits bei sieben Prozent. Die EZB reagierte darauf mit Zinserhöhungen, was 2024 zu einem Absturz führte: Die Teuerung sank auf 2,2 Prozent im Jahresdurchschnitt, mit Momenten unter zwei Prozent. In der ersten Hälfte 2025 schien die Lage konsolidiert, die Gesamtinflation pendelte um die EZB-Zielmarke von zwei Prozent. Doch nun steigt sie erneut.
Besonders für Verbraucher wird der Trend – fernab von Lebensmittelpreisen – bemerkbar: Alltagsausgaben für Kleidung, Reisen oder Freizeit werden teurer, während Unternehmen Kostensteigerungen an die Konsumenten weitergeben.
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