Kriegsgewinnler Aldi: Durch den Iran-Krieg hat sich das Kaufverhalten der Deutschen geändert
Ein Beitrag von
Das Kaufverhalten der Deutschen hat sich verändert – nur wenige Wochen nach Beginn des Iran-Krieges. Die Folgen sind bei den Umsätzen deutscher Lebensmittelhändler abzulesen. Verunsichert wegen steigender Energiekosten und drohender Preiserhöhungen kaufen Verbraucher häufiger bei Discountern ein. Das belegen Daten des Marktforschungsunternehmens Accurat, über die das Handelsblatt exklusiv berichtet. Besonders zwei Händler profitierten davon.
So konnten Aldi Süd und Aldi Nord ihren Anteil an den Kundenbesuchen in der Kalenderwoche 12 ab dem 16. März im Vergleich zu der Woche unmittelbar vor Kriegsausbruch signifikant steigern. Wie aus den Daten hervorgeht, gewann Aldi Nord 0,7 Prozentpunkte, Aldi Süd einen ganzen Prozentpunkt hinzu.
Zwei Milliarden Euro Umsatz mehr im Jahr
Im umsatzstarken deutschen Lebensmittelhandel kann sich eine Verschiebung im Einkaufsverhalten um nur einen Prozentpunkt bereits deutlich finanziell auswirken. Die Branche setzt pro Jahr rund 200 Milliarden Euro um. Kann ein Händler seinen Marktanteil um einen Prozentpunkt steigern, entspricht das rechnerisch einem Mehrumsatz von zwei Milliarden Euro. „Ein solcher deutlicher Ausschlag ist ungewöhnlich, das haben wir in der Vergangenheit so noch nicht beobachtet“, sagt Maarten Vander Beken von Accurat. Der Trend sei klar und lasse sich im Vergleich mit historischen Daten nicht durch saisonale Effekte erklären.

Bei Edeka lief es weniger gut...
Supermarktketten sind die Verlierer
Die größten Rückgänge verzeichnen Daten zufolge die großen Supermarktketten. So lag der Anteil von Edeka an den Besucherzahlen in der Kalenderwoche 12 um 0,6 Prozentpunkte unter dem Wert der Woche vor Kriegsbeginn, bei Rewe betrug das Minus 0,7 Prozentpunkte. Auch Kaufland verlor 0,5 Prozentpunkte. Auffällig ist, dass Lidl von der Entwicklung offenbar nicht profitiert. Als einziger Discounter lag sein Anteil an den Gesamtbesuchen in Woche 12 sogar unter dem Wert von Woche 9. Bei Penny, Netto und Norma blieb er dagegen stabil oder stieg leicht.
Experten sehen in diesen Zahlen einen Hinweis darauf, dass Lidl dem Mitbewerber Aldi das Image des Preisführers im Markt bislang nicht abjagen konnte. Anders gesagt: Wenn es günstig sein muss, gehen die meisten zu Aldi.
Mehr NIUS:
Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzender Brudermüller: „Die Situation in Deutschland ist viel ernster, als die meisten denken“
Bier seit 1627: Braunschweiger Traditionsbrauerei Wolters stellt Insolvenzantrag
Deutsche sparen vor allem bei Kleidung und Restaurantbesuchen
VW zieht Stellen-Kahlschlag durch: 50.000 Jobs sollen weg
Kredit-Poker: 12.000 Galeria-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs
Wer einen limitierten Ferrari will, muss zuerst das E-Auto kaufen
Cyberangriff auf dänischen Pharmakonzern! Erpresser verlangen 25 Millionen US-Dollar
Immer teurer: Für viele stirbt der Traum vom Eigenheim
Mehr NIUS:
VW zieht Stellen-Kahlschlag durch: 50.000 Jobs sollen weg
Kredit-Poker: 12.000 Galeria-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs
Wer einen limitierten Ferrari will, muss zuerst das E-Auto kaufen
Cyberangriff auf dänischen Pharmakonzern! Erpresser verlangen 25 Millionen US-Dollar
Immer teurer: Für viele stirbt der Traum vom Eigenheim
Wird Werbung für Fleischprodukte bald verboten?
SpaceX ist fast so viel wert wie der gesamte DAX
Wirtschaftsrat-Boss warnt: Bundesregierung droht auf dem harten Eis der neuen Zeit auszurutschen
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare