Leerstand geht gegen null: Wohnungsmangel immer größer
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Der Leerstand bei Wohnungen in Städten beträgt in normalen Zeiten zwei bis drei Prozent. Dieser Wert gilt in der Wohnungswirtschaft als belastbare Größe, damit ein Immobilienmarkt funktioniert, Umzüge und Renovierungen möglich sind. Von dieser optimalen Zahl haben sich deutsche Großstädte jedoch schon lange entfernt, das Angebot an freien Wohnungen schrumpft immer weiter, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
In München, Frankfurt am Main und Freiburg geht laut einer bisher unveröffentlichten Auswertung der Analysehäuser Empirica und CBRE demnach auf dem Wohnungsmarkt so gut wie nichts mehr. Mit einer Leerstandsquote von 0,1 Prozent gibt es dort nahezu keine freien Wohnungen mehr. In Münster und Darmstadt ist die Situation mit einer Leerstandsquote von 0,2 kaum besser.
Einer der größten Rückgänge in der Geschichte der Statistik
Am anderen Ende der Zahlen steht Dessau-Roßlau mit einer Leerstandsquote von 7,6 Prozent, gefolgt von Pirmasens mit 7,3 und Chemnitz mit 7,0. Knapp dahinter liegen Salzgitter und Frankfurt an der Oder. Die Analyse widmet sich dem marktaktiven Leerstand mit Wohnungen, die kurz- oder mittelfristig bezogen werden können. Schrottimmobilien gehen nicht in die Statistik ein. Insgesamt gab es in Deutschland Ende 2024 demnach 522.000 leerstehende Wohnungen, 45.000 weniger als ein Jahr zuvor. Die Quote betrug 2,2 Prozent. Es handelt sich um einen der größten Rückgänge in der Geschichte der Statistik, schreiben die Autoren. In Städten wie Schwerin, Pirmasens, Leipzig und Frankfurt (Oder) schrumpfte die Leerstandsquote zuletzt. Städte mit einem Zuwachs an Leerstand gebe es kaum noch.
Die Autoren führen die angespannte Lage vor allem auf die geringen Neubauzahlen und die hohen Zuwanderungszahlen der vergangenen Jahre zurück. Im vergangenen Jahr entstanden in Deutschland nur 251.900 Wohnungen. Um den Bedarf zu decken, wären Schätzungen zufolge zwischen 300.000 und 400.000 nötig. Die Ampelkoalition hatte sich zum Ziel gesetzt, die Neubauzahlen entsprechend zu steigern, allerdings geschah infolge der stark gestiegenen Baukosten das Gegenteil: Projektträger legten reihenweise Bauprojekte auf Eis.
Empirica und CBRE erwarten noch bis 2027 eine Verschärfung der Lage.
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