Luftverkehr innerhalb Deutschlands um 51 Prozent eingebrochen
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Die Angebote an Flugverbindungen sind innerhalb Deutschlands seit 2019 um 51 Prozent eingebrochen. Viele innerdeutsche Stadt-zu-Stadt-Verbindungen sind nach der Corona-Zeit gar nicht mehr zurückgekehrt. Im restlichen Europa liegt man noch sechs Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau.
Laut Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) ist die Entwicklung bei einer Betrachtung ohne die Lufthansa-Drehkreuze München und Frankfurt noch dramatischer: Dann beträgt der Rückgang sogar mehr als 80 Prozent. Zuerst hatte die Neue Zürcher Zeitung über die Statistik berichtet.
Folgende Routen, die 2019 noch angeboten wurden, existieren jetzt nicht mehr:
- Dresden – Stuttgart
- Hannover – Stuttgart
- Köln – Dresden
- Düsseldorf – Stuttgart
- Friedrichshafen – Hamburg
- Berlin – Karlsruhe
- Köln – Leipzig
- München – Rostock
- Düsseldorf – Friedrichshafen
- Münster – Stuttgart
- Münster – Frankfurt
Easyjet bietet keine innerdeutschen Flüge mehr
Auf zentralen Strecken wie etwa zwischen Berlin und Köln ist die Zahl der Flüge bis heute dramatisch zurückgegangen: von 12.198 Hin- und Rückflügen im Jahr 2019 auf ein Niveau von 2.400 im Jahr 2025. Die Anbindung der Bundeshauptstadt an das Lufthansa-Drehkreuz München hat sich ebenfalls nicht erholt. Heute gibt es 7.521 Verbindungen; im Jahr 2019 waren es noch 17.211 Flüge. Airlines wie Easyjet oder Ryanair haben sich gänzlich von innerdeutschen Strecken zurückgezogen.

Easyjet konkurrierte einst mit Lufthansa auf der Strecke zwischen Frankfurt und Berlin, was für niedrigere Preise sorgte. Inzwischen hat sich die britische Fluggesellschaft aus dem innerdeutschen Geschäft zurückgezogen.
Mit dieser Entwicklung hinkt Deutschland in Europa hinterher. Laut Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) verzeichnen Länder wie Spanien, Polen, Italien, Griechenland und Portugal ein Wachstum zwischen fünf und 21 Prozent.
Experte: Senkung der Luftverkehrssteuer bewirkt keine Wiederbelebung
Die schwarz-rote Regierung hat sich kürzlich bei einem Koalitionsausschuss auf eine Senkung der Ticketsteuer im Luftverkehr geeinigt. Doch die Luftverkehrsindustrie am Standort Deutschland leidet weiter. Dr. Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des BDL, spricht nach der Verkündung lediglich von einem „wichtigen Signal“ beziehungsweise „ersten Schritt“.
Die Senkung der Luftverkehrssteuer durch das Kabinett Merz hat für den Verkehrsexperten Alexander Eisenkopf von der Zeppelin-Universität Friedrichshafen eher symbolische Bedeutung. „Ich glaube nicht, dass deswegen eingestellte Verbindungen wiederbelebt werden oder dass ausländische Airlines nun auf den deutschen Markt zurückkommen“, sagte er der NZZ.
Im Gespräch mit NIUS-Politikchef Ralf Schuler erwähnt Eisenkopf eine EU-weite Beimischungsquote von nachhaltigem Kraftstoff als weiteren Wettbewerbsnachteil: Denn wenn die Lufthansa von Frankfurt nach Tokio fliegt, muss der gesamte Flug mit entsprechenden Quoten betankt werden. Die Konkurrenz aus der Türkei oder den Golfstaaten hat diese Regularien nicht.

In der Klimapolitik läuft einiges falsch, attestiert Prof. Eisenkopf bei „Schuler! Fragen, was ist“. Das sieht man nicht nur bei der Mobilität, sondern auch etwa bei „grünem Stahl“.
Das ganze Interview finden Sie hier:
Verkehrsexperte Prof. Eisenkopf plädiert für PKW-Maut: „Es kann nicht for free sein, über die Straßen zu rasen“
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