Mercedes-Boss über deutsche Arbeiter: „Es darf nicht so einfach sein, sich krankzumelden“
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Die Mercedes-Belegschaft dürfte dieses Interview ganz genau lesen: Mit der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) sprach Mercedes-Chef Ola Källenius jetzt darüber, was die Politik tun muss, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.
Dabei sagte er, wie wichtig eine Reform des Arbeitsmarktes wäre: „Dazu braucht man nur in die OECD-Länder zu schauen: Wie viel arbeiten wir, wie viel arbeiten die? Was kostet die Arbeitsstunde hier, wie hoch sind die Sozialabgaben da? Was ist mit den Steuern?“
„Dann verliert man irgendwann die Spiele“
Der 55-Jährige weiter: „In vielen Dimensionen sind wir in Sachen Wettbewerbsfähigkeit eben nicht mehr vorne. Wir haben in Europa sehr lange davon gelebt, dass wir sehr produktiv sind. Wir haben Kreativität, wir haben Innovationsgeist. Aber wenn man Trainingseinheiten beim Fußball auslässt und andere Teams trainieren weiter, dann verliert man irgendwann die Spiele“.

Beschäftigte von Mercedes-Benz nehmen an einem Demonstrationszug in Bremen teil.
Zu viele Krankmeldungen?
Den Benz-Boss scheint besonders der hohe Krankenstand in seinen deutschen Werken zu ärgern: „Unsere Werke sind überall auf der Welt gleich, es gibt die gleichen Gesundheitsleistungen, die gleiche Arbeitsumgebung. Und trotzdem ist der Krankenstand in Deutschland teils mehr als doppelt so hoch.“
Källenius: „Es darf nicht so einfach sein, sich krankzumelden.“ Und: „Wer ungerechtfertigt krankmacht, verhält sich unsolidarisch.“ Die nächste Bundesregierung müsse „mit großer Ehrlichkeit schauen, was gut läuft und was nicht. Und dann muss sie auch bereit sein, unpopuläre Entscheidungen zu treffen.“
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